Joseph Liberberg

Flag Russia Jewsih Autonomous Oblast

Flag Russia Jewsih Autonomous Oblast (Photo credit: erjkprunczýk)

Von Beginn weg – und speziell in der Mitte der 1930er Jahre, wurde bei der jüdischen Siedlungstätigkeit alles unternommen, um den jüdischen Charakter von Birobidschan auszuprägen. Es wurden jüdische Kollektiv-Bauernhöfe eingerichtet, und jüdische Dorfräte organisiert.

Das Birobidschan-Projekt fand in dem Juden Michael Kalinin, dem titularischen Staatschef, einen brennenden Befürworter. In einer Rede vor dem Kongreß der Gesellschaft für jüdische Siedlungstätigkeit (Ozet) im Jahre 1926, erklärte er vor der Gründung des Birobidschan-Projekts:

„Das jüdische Volk hat nun die große Aufgabe vor Augen, seine Nationalität zu bewahren.

Für dieses Vorhaben muß sich ein großer Teil der jüdischen Bevölkerung in eine kompakte Landwirtschaftsbevölkerung verwandeln, wobei es sich um mindestens einige 100.000 Seelen handeln sollte.

Bei einem Empfang, der im Mai 1934 den Repräsentanten der Moskauer Arbeiter und der jiddischen Presse gegeben wurde, schlug er vor, daß die die Gründung eines jüdisch-territorialen Zentrums in Birobidschan der einzige Weg sei, den nationalen Status der sowjetischen Juden zu normalisieren. Er drückte auch seine Hoffnung aus:

„Innerhalb eines Jahrzehnts wird Birobidschan das wichtigste und wahrscheinlich das einzige Bollwerk der jüdisch-nationalen, sozialistischen Kultur sein“.

Und:

„Die Umwandlung der Region in eine Republik ist nur eine Frage der Zeit.“

Coat of arms of the Union of Soviet Socialist ...

Coat of arms of the Union of Soviet Socialist Republics from 1958 to 1991 (Photo credit: Wikipedia)

Der Besuch von Lazar Kaganowitsch in Birobidschan vom Februar 1936, ein Jude [ein Massenmörder] und Mitglied des Politbüro, beflügelte die jüdische Führung der Region in grossem Masse.

Das Birobidschan-Projekt provozierte unter den Juden, die in der UdSSR in der jüdischen Siedlungstätigkeit engagiert waren, und unter den Yevsektsiya-Führern, eine Kontroverse. Unter den Kritikern waren Michael Juri Larin und Abraham Bragin, die beide in der jüdischen Siedlerbewegung aktiv waren. Larin argumentierte, daß andere Gebiete der Sowjetunion, speziell die Krim, für jüdische Kolonisation viel geeigneter waren.

Birobidzhan, coat of arms

Birobidzhan, coat of arms (Photo credit: Wikipedia)

Juden besetzten die Schlüsselpositionen der Region.

  • Y. Levin, einst im Parteiapparat in Weißrußland (Belarus) und im Sekretariat des Ozet aktiv, wurde im Jahre 1930 zum ersten Parteisekretär des Distrikt Birobidschan bestimmt.
  • Nach der Errichtung der J.A.R. [„Jewish Autonomous Region„] im Jahre 1934, wurde ein weitere Jude, M. Khavkin, zum ersten Sekretär des örtlichen Parteikomitees bestimmt.
  • Joseph Liberberg, der Kopf der jüdischen Abteilung der Ukrainischen Akademie der Wissenschaften, wurde zur selben Zeit zum Vorsitzenden des regionalen Exekutivkomitees bestimmt. Er war einer jener Intellektuellen, die durch seine Wohnsitznahme in Birobidschan andere in ihrer Pionierarbeit inspirierten.
Bundesarchiv Bild 183-88630-0002, Potsdam, Hau...

Bundesarchiv Bild 183-88630-0002, Potsdam, Haus Augustastraße 40, Villa Wisher (Photo credit: Wikipedia)

The DneproGES, one of many hydroelectric power...

The DneproGES, one of many hydroelectric power stations in the Soviet Union (Photo credit: Wikipedia)

Fast alle Teile der zionistischen Bewegung waren aber dagegen.

Denkmal für die ermordeten Juden Europas

Denkmal für die ermordeten Juden Europas (Photo credit: Wolfgang Staudt)

Jewish kolkhoz, Ukraine

Jewish kolkhoz, Ukraine (Photo credit: Wikipedia)

Unter den Organisationen, die am meisten aktiv waren, war das Icor (American Association for Jewish Colonization in the Soviet Union), das eng mit dem Ozet zusammenarbeitete. Im Jahre 1929 organisierte das Icor eine wissenschaftliche Delegation aus amerikanischen Landwirtschafts- und Siedlungsspezialisten, um die Möglichkeiten für eine weitere Kolonisierung von Birobidschan zu erkunden. Die Organisation Ambidjan (American Committee for the Settlement of foreign Jews in Birobidzhan) unterstützte die jüdische Siedlungstätigkeit in Birobidschan für eine kurze Zeit .

This map shows the 1974 geographic location of...

This map shows the 1974 geographic location of various ethnic groups within the Soviet Union. (Photo credit: Wikipedia)

Mitte der 1930-er Jahre und nach dem Zweiten Weltkrieg. Weitere jüdische Organisationen, die Birobidschan unterstützten, waren in Kanada, Westeuropa, und in Südamerika. Vertreter der argentinisch-jüdischen Organisation Procor (Society to assist the Productivization of the economically ruined Jewish Masses in the Soviet Union) besuchten Birobidschan im Jahre 1929. Diese Organisationen propagierten auch die Kolonisation von Birobidschan mit Juden aus dem Ausland, neben ihrer Tätigkeit, Sitzungen abzuhalten, Publikationen herauszugeben und Geldsammlungen zu organisieren.

Ein Gedanke zu “Joseph Liberberg

  1. Mitte der 1930-er Jahre und nach dem Zweiten Weltkrieg. Weitere jüdische Organisationen, die Birobidschan unterstützten, waren in Kanada , Westeuropa, und in Südamerika. Vertreter der argentinisch-jüdischen Organisation Procor (Society to assist the Productivization of the economically ruined Jewish Masses in the Soviet Union) besuchten Birobidschan im Jahre 1929. Diese Organisationen propagierten auch die Kolonisation von Birobidschan mit Juden aus dem Ausland, neben ihrer Tätigkeit, Sitzungen abzuhalten, Publikationen herauszugeben und Geldsammlungen zu organisieren.

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