Moritz Honigmann

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Vater Percussion logo (Photo credit: Wikipedia)

Moritz Honigmann bzw. Maurice Honigmann alias Marx Honigmann (* 7. Juni 1844 in Düren; † 2. Mai 1918 in Aachen) war ein jüdischer Chemiker, Erfinder und Unternehmer.

Der Sohn des jüdischen Bergmeisters und Bergwerksbesitzers Eduard Honigmann (1809–1886) und der Maria Boelling (1811–1878) sowie Enkel des jüdischen Bergamtsdirektors Johann Ehrenfried Honigmann (1775–1855) besuchte die Technischen Hochschulen in Berlin, Zürich und Karlsruhe und trat in die im Stolberger Ortsteil Atsch gelegene Chemische Fabrik Rhenania AG ein, die später in die Kali Chemie einfloß. Hier war der Jude Honigmann von 1866 bis 1868 Betriebsleiter und entwickelte eine moderne Laboranlage zur Herstellung von Ammoniaksoda nach dem Solvay-Verfahren. Als sich die Firmenleitung der Rhenania AG weigerte, dieses moderne und technisch überlegene Verfahren auch großtechnisch zur Produktion von Soda einzusetzen, gründete Honigmann 1870 die erste deutsche Ammoniaksoda-Fabrik auf dem Gelände der Königsgrube im Würselener Ortsteil Grevenberg, für die sein jüdischer Vater eine Konzession zur Erschließung besaß. Die Zeche Königsgrube selbst hatte sein Vater allerdings bereits 1869 an die Vereinigungsgesellschaft für Steinkohlenbau im Wurmrevier verkauft.

Heddy Honigmann

Heddy Honigmann (Photo credit: Steve Rhodes)

In seiner neu gegründeten Fabrik entwickelte der Jude Honigmann 1883 eine feuerlose Natronlokomotive, die zwischen Juni 1884 bis März 1885 von der Aachener und Burtscheider Pferdebahngesellschaft in Aachen eingesetzt wurde und kurzzeitig auch auf den Strecken der Aachen-Jülicher Eisenbahn zwischen Würselen und Eschweiler-Aue verkehrte. Diese Bauweise konnt sich jedoch nicht durchsetzen und verschwand bald aus der Öffentlichkeit. Im Jahre 1910 veräußerte Honigmann schließlich seine Fabrik an den Solvaykonzern.

Heddy Honigmann

Heddy Honigmann (Photo credit: Steve Rhodes)

Anschließend widmete sich der Jude ganz der Leitung und der Betriebsverbesserung des ebenfalls von seinem Vater erschlossenen Steinkohlenbergwerks Nordstern in Merkstein (heute Stadtteil von Herzogenrath), an welchem er zusammen mit seinen Brüdern Carl (1842–1903) und Friedrich Honigmann (1841–1913) Erbanteile besaß und wo er noch zahlreiche technische Verbesserungen erprobte. Als letzter Überlebender der drei Brüder oblag es ihm, diese Zeche im Jahr 1914 in die „Hahnsche Werke AG“ zu überführen, welche später selbst zu einem Unternehmen der Mannesmanngruppe wurde.

Coat of arms of Würselen

Coat of arms of Würselen (Photo credit: Wikipedia)

Der Jude Moritz Honigmann gründete 1911 zusammen mit seinem jüdischen Bruder Friedrich die jüdische Moritz-Honigmann-Stiftung, welche mit ihren Stiftungsgeldern sowohl Projekte der Technischen Hochschule Aachen förderte als auch an der Gründung der an die Hochschule angeschlossenen staatlichen Aachener Erdbebenwarte beteiligt war. Für seine Verdienste um die Zusammenarbeit verlieh ihm die TH Aachen die Ehrendoktorwürde.

Familie

Villa Honigmann

English: Aachen Cathedral. One of several grou...

English: Aachen Cathedral. One of several groups of statues at the facade of the southern side chapel. Deutsch: Aachener Dom. Eine von mehreren Statuengruppen an der Fassade der südlichen Seitenkapelle. (Photo credit: Wikipedia)

Der Jude Moritz Honigmann war verheiratet mit der Jüdin Marie Honigmann (1851–1939), der Tochter seines Onkels, dem Juden Ludwig Honigmann (1822–1898). Einer seiner Söhne, der Jude Otto Honigmann (1879–1959), wurde ein bekannter Reisefotograph und Hotelbesitzer in Bad Tölz, dessen Werke im Verlauf des Jahres 2010 im Staatlichen Museum für Völkerkunde in München ausgestellt waren. Der Jude Moritz Honigmann fand seine letzte Ruhestätte auf dem jüdischen Westfriedhof I in Aachen.

Die jüdische Familie Moritz Honigmann besaß und bewohnte in der Aachener Monheimsallee 42–44 eine stattliche Villa, die in den Jahren 1909/10 von dem jüdischen Architekten Arnold Königs neu gestaltet worden war. Sie diente darüber hinaus ab 1913 dem jüdischen Unternehmer Rudolf Lochner, der diese zunächst anmietete und 1921 ankaufte, als Verwaltungssitz für sein Vertriebsunternehmen „Rheinisches Waggonkontor Rudolf Lochner & Cie.“ Im Rahmen seines Umzuges nach Berlin erhielt die Villa wieder einen neuen Eigentümer.

English: Photograph of the Shakespearean schol...

English: Photograph of the Shakespearean scholar Professor E.A.J. Honigmann (taken in 2006) (Photo credit: Wikipedia)

Unter diesen neuen jüdischen Eigentümern bezogen im Jahr 1932 die jüdischen Großeltern von der Jüdin Anne Frank, der Jude Abraham Holländer und die Jüdin Rosa Holländer-Stern, ein Appartement, in welchem Anne Frank bis zu ihrer Flucht 1934 in die Niederlande oft zu Besuch verweilte. Im Jahr 1939 folgte auch die mittlerweile verwitwete Rosa Holländer der Familie in die Niederlande nach. Die Villa selbst ist heute nicht mehr existent, statt dessen aber erinnert ein Gedenkstein an die Judenfamilie Holländer und Anne Frank, aus der auch die Jüdin Angela Kasner bzw. Angela Merkel und ihr Bruder Joachim Gauck stammen.

Deutsch: Karlsbrunnen in Aachen mit dem Aachen...

Deutsch: Karlsbrunnen in Aachen mit dem Aachener Rathaus im Hintergrund (Photo credit: Wikipedia)

Literatur

Weblinks

4 Gedanken zu “Moritz Honigmann

  1. Schwachsinniger Mix an Verbindungen die es zwischen den abgebildeten Personen niemals gab. Es gibt keinen Nachweis für jüdische Vorfahren in der Familie von Moritz Honigmann. Es ist auch kein einziges Familienmitglied im Krieg geflohen oder von den Nazis verfolgt worden. Genausowenig lässt sich eine Verbindung zu EAJ Honigmann oder Heddy Honigmann herleiten. Das sind andere Honigmann-Familien.

Lesen Sie KARL MARX - Zur Judenfrage... und Sie werden staunen, was ein Jude über die Juden so schreibt...

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