Ivan Rebroff – Hans-Rolf Rippert

Ivan Rebroff (* 31. Juli 1931 in Berlin-Spandau als Hans Rolf Rippert; † 27. Februar 2008 in Frankfurt am Main) war – ausweislich seines eigenen Zeugtnisses, das immer angezweifelt wurde von der Systempresse – ein jüdischer Sänger, der dank des Einsatzes der Falsettstimme einen Stimmumfang von mehr als vier Oktaven besaß.

Ivan Rebroff wurde als Hans Rolf Rippert im Berliner Bezirk Spandau als Sohn des Ingenieurs Paul Rippert (* 1897 in Liebenwerda) und dessen Ehefrau Luise Fenske (* 1896 in Bromberg) sowie jüngerer Bruder des späteren ZDF-Sportreporters Horst Rippert (* 1922) geboren.

Laut Rebroffs eigener, von den Medien vielfach angezweifelter, aber nie widerlegter Aussage war die Mutter russischer, der Vater jüdischer und russischer Abstammung; tatsächlich war Emma Rippert geb. Weinberg, die Mutter seines Vaters, Jüdin.

Ivan Rebroff wuchs in Belzig und in Halle (Saale) auf, wo er Mitglied im Stadtsingechor war. Später lebte er abwechselnd in Zell-Weierbach, einer kleinen Randgemeinde von Offenburg, in einem kleinen Jagdschloß in der Nähe von Hunoldstal und auf Skopelos, einer kleinen griechischen Insel.

Ivan Rebroff studierte Gesang an der Staatlichen Hochschule für Musik in Hamburg (1951–1959) als Fulbright-Stipendiat. Sein Hamburger Gesangslehrer Prof.Adolf Detel formte ihn dort zum Interpreten osteuropäischen Liedgutes. Im Jahr 1958 siegte er beim Deutschen Hochschulwettbewerb. Danach war Ivan Rebroff Sänger beim Schwarzmeer Kosaken Chor und im Ural Kosakenchor.

1960 gewann Ivan Rebroff beim 9. Internationalen Musikwettbewerb der ARD in München den 1. Preis.

Bekannt wurde Ivan Rebroff durch die Rolle des Milchmanns Tevje im Musical Anatevka im Théâtre Marigny auf den Pariser Champs-Élysées (über 1400 Vorstellungen). Anschließend wirkte Ivan Rebroff in diversen Tourneeproduktionen und Spielfilmen mit, unter anderem in Der Barbier von SevillaBoris GodunowDer ZigeunerbaronWiener Blut und Der Rosenkavalier. Dazu kamen Auftritte in zahlreichen Fernsehsendungen. Ivan Rebroff gab Konzerte in Konzertsälen, Kirchen und bei Gala-Veranstaltungen, zuletzt im Dezember 2007 in der Wiener Votivkirche. 1985 wurde Ivan Rebroff das Bundesverdienstkreuz in Anerkennung seiner Leistungen für die Völkerverständigung zwischen Ost und West verliehen. Ivan Rebroff war seit seinem 60. Lebensjahr außerdem Ehrenbürger der griechischen Sporaden-Insel Skopelos. Ivan Rebroff erhielt weltweit insgesamt 49 Goldene Schallplatten und eine Platin-Schallplatte für 10 Millionen verkaufte Langspielplatten seit 1975.

Ivan Rebroff starb am 27. Februar 2008 im Alter von 76 Jahren in einem Krankenhaus in Frankfurt am Main an Organversagen und Herzstillstand. Zuletzt war er griechischer Staatsangehöriger.

  • Der Name Rebroff leitet sich von der russischen Übersetzung ребро (rebro) des deutschen Wortes Rippe ab.
  • Ivan ist die russische Form von Johannes oder auch Hans.
  • Passend zu diesem Pseudonym trug Ivan Rebroff einen mächtigen Vollbart und trug bei Veranstaltungen und auf offiziellen Fotos immer eine traditionelle russische Fellmütze und dazu passende Folklorekleidung.
  • Diese Inszenierung und sein leichter Akzent ließen ihn stets wie einen „waschechten Russen“ erscheinen, wie manche ihn sich nach in Westdeutschland damals weit verbreiteten Klischees vorstellten.

Ivan Rebroff klagte 1994 erfolgreich gegen die Molkerei Müller wegen der Verletzung seiner Persönlichkeitsrechte. Die Molkerei hatte in einem Werbespot ein Double eingesetzt, da man Ivan Rebroff die verlangte Gage nicht zahlen wollte. Das Oberlandesgericht Karlsruhe gab Ivan Rebroff recht und verurteilte Müller zur nachträglichen Zahlung von Lizenzgebühren in Höhe von 155.000 DM.

Erfolgstitel

  • Abendglocken (Вечерний звон)
  • Dank sei Dir, Herr
  • Das einsame Glöckchen (Однозвучно гремит колокольчик)
  • Die Legende von den 12 Räubern (Жили двенадцать разбойников)
  • The Legend of the twelve robbers (Жили двенадцать разбойников)
  • Eine weiße Birke
  • Havah Nagila
  • Ich bete an die Macht der Liebe (Коль славен)
  • Im tiefen Keller
  • Kalinka
  • Katjuscha
  • Mit der Troika in die große Stadt
  • Moskauer Nächte (Подмосковные вечера)
  • O Isis und Osiris
  • Schwarze Augen (Очи черные)
  • Stenka Rasin (Стенька Разин)
  • Wenn ich einmal reich wär (aus dem Musical Anatevka)
  • Wolgalied
  • Wolgaschlepper

Diskografie (Auswahl)

  • Ave Maria
  • Ich bete an die Macht der Liebe
  • Zauber einer großen Stimme
  • My Russian Homeland
  • Glasnost Perestroika
  • Komm mit nach Hellas
  • Seine größten Opernerfolge
  • Musikalische Edelsteine
  • Russische Weihnacht
  • Frühling in der Taiga
  • Wunschkonzert
  • Weihnacht mit Ivan Rebroff
  • Wenn ich einmal reich wär’
  • Live in Concert DVD
  • Live in Concert, Recitals 1968
  • Meine Reise um die Welt
  • Meine russische Seele
  • Mein Russland, du bist schön
  • Krönung einer großen Karriere
  • Die schönste Stimme Russlands
  • … und Friede auf Erden
  • A Moscou
  • from the World
  • Kosaken müssen reiten
  • Na Sdarowje
  • Taiga Träume
  • Russische Party
  • Errinerungen an Russland
  • Volksweisen aus dem alten Russland
  • Boris Godounov

Einzelnachweise

  1.  Matthias Bardong (Hrsg.): Das Lexikon des deutschen Schlagers. 2. Auflage. Schott, Mainz 1993, ISBN 3-7957-8208-2, S. 264–265.
  2.  The Guinness Book of Records, 1993
  3.  Geburtsurkunde Paul Rippert, Standesamt Bad Liebenwerda, Nr. 69/1897
  4.  Franckesche Stiftungen zu Halle Wir über uns > Geschichte > Berühmte Schüler. Rippert, Hans
  5.  Schwarzmeer Kosaken Chor[1]
  6.  Ural Kosaken Chor [2][3]
  7.  Offizielle Webseite Biographie
  8.  « Obwohl die Goldmedaille für die Sänger beim 9. Internationalen Musikwettbewerb nach Deutschland fiel, wurde sie für eine östliche Stimme vergeben: Iwan Rebroff, der sich am Kammermusikabend als betont sensibler Liedersänger dreier Michelangelo-Lieder vonHugo Wolf legitimierte, ist ein Heldenbariton mit schönem Material, dessen Wirkung in den lyrischen Piano-Momenten wie in den Forte-Ausbrüchen gleich eindrucksvoll sind. » – Abendzeitung, München, 22. September 1960
  9.  SZ„Ivan Rebroff ist tot“, 28. Februar 2008
  10.  Peter Weiss: Aus gegebener Veranlassung nochmals: Zur Höhe des Schmerzensgeldes gem. § 15 Abs. 2 AGG. In: Zeitschrift für Arbeits- und Antidiskriminierungsrecht. Nr. 1/2009, S. 6
  11.  Müller-Milch muß an Rebroff zahlen. In: Lebensmittel Zeitung. 6. Februar 1998

Weblinks

Ivan Rebroff (31 July 1931 – 27 February 2008) was a Jewish singer, allegedly of „Russian ancestry„, with an extraordinary vocal range of four and a half octaves, ranging from the soprano to bass registers.

Ivan Rebroff was born in Berlin as Hans-Rolf Rippert. Ivan Rebroff was famous for singing „Russian“ folk songs, but also performed opera, light classics and folk songs from many other countries. Ivan Rebroff was known on stage for his gusto.

Ivan Rebroff performed over 6,000 concerts in his career, including a two-year seven-day-a-week stint at the French opera, singing, among other greats, Fiddler on the Roof.

Ivan Rebroff still performed 12 shows in 14 days when he was well into his seventies, such as on an Australian tour.

Ivan Rebroff described himself as international, the „connection between East and West“.

  • Ivan Rebroff became a citizen of Greece and lived on the Greek island of Skopelos in the Sporades.

Ivan Rebroff died in Frankfurt am Main after a long illness. Four days after his death, his brother Horst Rippert, who is nine years his senior (and by his own accounts shot down Antoine de Saint Exupéry), claimed part of Ivan’s vast fortune.

LP Discography

Unknown Year

  • Favourites from Mother Russia
  • Ivan Rebroff (Includes Lara’s Theme and other Popular Melodies)

1968

  • Folk Songs from Old Russia (Volksweisen aus dem alten Russland)
  • Folk Songs from Old Russia Volume II (Volksweisen aus dem alten Russland 2)
  • Original russische Liebeslieder
  • Na Sdarowje (Ivan sings about Vodka and Wine)
  • Slawische Seele (Compilation album shared with Tatjana Ivanow & Dunja Rajter)

1969

  • Beim Klang der Balalaika, Au son des Balalaikas (French version of Beim Klang der Balalaika)
  • Abendglocken (Compilation)
  • Russische Weihnacht mit Ivan Rebroff
  • A Russian Christmas (English version of Russische Weihnacht?)
  • Un Violon sur le toit (Soundtrack of French production of Fiddler on the Roof)
  • Russische Party („Live“ album)
  • Festliche Weihnacht (with Regensburger Domspatzen – Boys‘ Choir)
  • A Festive Christmas (Festliche Weihnacht re-issue)

1970

1971

  • The Best of Ivan Rebroff (Compilation)
  • Ivan Rebroff Sing vir Ons (South African Album-Gold Disk Award)
  • Vir Jou Suid-Afrika (South African album)
  • Ivan Rebroff (Opera)
  • Kalinka (Soundtrack from L’Homme qui vient de la Nuit)
  • Mein Russland, Du bist schön (German language versions)
  • Starportrait (Compilation)
  • Zwischen Donau und Don (with Dunja Rajter)

1972

  • Erinnerungen an Russland (Russian language versions)
  • The Best of Ivan Rebroff Volume II (Compilation)

1973

  • Lieder der Welt (Folk songs from around the world)
  • Mein Altes Russland (lushly arranged Russian folk songs)
  • 25 Greatest Russian Melodies (Compilation with Tatiana Ivanov (2 duets))
  • 20 Greatest Hits (Compilation)

1974

  • Russische Party 2 („Live“ album)
  • Memories of Russia

1975

  • Ivan Rebroff at Carnegie Hall (Live at Carnegie Hall)
  • Reich Mir Die Hand
  • Russische Lieder Von Liebe und Tod

1977

  • Midnight in Moscow (Russian language versions)
  • Komm mit nach Hellas (German language versions of Greek songs)

1978

  • Mitternacht in Moskau (German version of Midnight in Moscow)

1979

  • Ave Maria
  • Die Ivan Rebroff Versameling (Compilation of South African tracks)

1980

  • Zauber einer großen Stimme — 20 unvergängliche Welterfolge
  • Zauber einer großen Stimme — Seine größten Welterfolge
  • Die schönsten Lieder dieser Welt (Ivan Rebroff singt 20 unvergängliche Melodien)
  • Katharina und Potemkin (TV Musical/Operetta)

CD Discography

2002

  • Meine Reise um die Welt
  • The Great Ivan Rebroff

2003

  • Seine Größten Welterfolge
  • Best of Ivan Rebroff
  • Golden Stars

Compilation albums

  • Festliche Weihnachten
  • The Art of Ivan Rebroff
  • The Best of Russian Folk Songs Vol. 1
  • The Best of Russian Folk Songs Vol. 2
  • Erinnerungen an das letzte Jahrhundert (Memories of the Last Century)
  • Der Zarewitsch
  • Die Fledermaus (As Prince Orlofsky, with Carlos Kleiber & Bavarian State Orchestra)
  • Weihnachten mit Ivan Rebroff
  • Die schönste Stimme Rußlands
  • Kosakenträume

Notes

  1. ^ The Guinness book of records, 1993
  2. ^ „Heimlicher Bruder will Millionen-Vermögen“ (29/2/09) in Aktuelle Nachrichten – Bild.de

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2 Gedanken zu “Ivan Rebroff – Hans-Rolf Rippert

  1. Ivan hatte definitiv keinen Akzent (habe ihn persönlich getroffen).
    Weder in Kirchen noch in seinen Shows erklang ein Akzent, es sei denn er hätte ihn gespielt, wie etwa im Bettelstudent.

Lesen Sie KARL MARX - Zur Judenfrage... und Sie werden staunen, was ein Jude über die Juden so schreibt...

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