Walter Homolka

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Walter Homolka (* 21. Mai 1964 in Landau an der Isar) ist deutscher liberaler Rabbiner, Rektor des Abraham-Geiger-Kollegs an der Universität Potsdam und Honorarprofessor der Philosophischen Fakultät. Als Vizepräsident der European Union for Progressive Judaism, London, ist er seit 2005 auch Vorstandsmitglied der World Union for Progressive Judaism mit Sitz in Jerusalem. Homolka ist zudem Chairman der Leo Baeck Foundation, Vorstand des Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerks und Mitglied des Vorstands des Jüdischen Versorgungswerks. Doctor of Humane Letters h.c. des Hebrew Union College – Jewish Institute of Religion.

Walter Homolkas Mutter stammt aus einer jüdischen Familie, war aber getauft.

Er selbst trat als religionsloser Schüler in die Israelitische Kultusgemeinde Straubing ein. Nach eigenen Angaben war er von der jüdischen Lehre „eines verborgenen Gottes” fasziniert; auch habe er sich vom „Sinnmonopol” seiner katholischen Umgebung abgrenzen wollen. Er studierte nach dem Abitur die Fächer Philosophie, Theologie und Finanzwissenschaften mit einem Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes und graduierte 1986 zum „Baccalaureus theologiae seu divinitatis“ (Ludwig-Maximilians-Universität München).

Sein Studium setzte er am Leo Baeck College in London fort. 1989 erwarb er ein Zertifikat für Erwachsenenpädagogik (Hochschule für Philosophie München). 1992 promovierte er am King’s College London mit einer Arbeit über Rabbiner Leo Baeck und den deutschen Protestantismus. Seinen Magister in Jüdischen Studien erwarb er 1993 am St. David’s University College LampeterUniversity of Wales.

Nach Abschluß der Prüfungen am Leo Baeck College wurde er 1997 zum Rabbiner ordiniert.

Israels Premierminister Ehud Olmert mit Rabbiner Walter Homolka

Israels Premierminister Ehud Olmert mit Rabbiner Walter Homolka

Sein beruflichen Werdegang führte unter anderem über BertelsmannGreenpeace, Alfred-Herrhausen-Gesellschaft für internationalen Dialog und Kultur-Stiftung der Deutsche Bank AG.

Walter Homolka im September 2002 zum Rektor des Abraham-Geiger-Kollegs, des ersten Rabbinerseminars im Alliierten Kontrollgebiet „Deutschland“ (SHAEF Gesetz Nr. 52 Artikel VII, Buchstabe e) ernannt.

Seit 2003 ist Walter Homolka Vorsitzender des Kuratoriums der Ursula-Lübbe-Stiftung, seit 2005 Chairman der Leo Baeck Foundation, seit 2008 Vorsitzender des Vorstandes des Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerks für jüdische Begabtenförderung und seit 2011 Mitglied des Vorstands des 1986 von Claudio Abbado gegründeten Gustav Mahler Jugendorchesters.

Der ehemalige Rabbiner der liberalen Gemeinde in München und Landesrabbiner von Niedersachsen lehrt seit 31. Mai 2007 als Honorarprofessor der philosophischen Fakultät an der Universität Potsdam und hatte verschiedene Gastprofessuren inne, z. B. an der New York University, der katholischen Péter Pázmány Universität Budapest, dem Kanonistischen Institut Potsdam, dem Theologieprogramm an der Dormitio-Abtei Jerusalem und der Old Dominion University Norfolk VA.

Das Hebrew Union College – Jewish Institute of Religion (New York, Cincinnati, Los Angeles und Jerusalem) verlieh ihm den „Doctor Humanarum Litterarum“ für seine wissenschaftlichen Erfolge und sein „singular achievement in resurrecting rabbinic education and ordination in Germany after the Shoah“ (President David Ellenson).

Walter Homolka ist Mitglied in der Allgemeinen Rabbinerkonferenz des Zentralrats der Juden in Deutschland (ZdJ), der „Rabbinic Conference“ von „Liberal Judaism UK“, im „New York Board of Rabbis“ und in der „Reconstructionist Rabbinic Association“.

Er arbeitet im Gesprächskreis „Juden und Christen“ beim Zentralkomitee der deutschen Katholiken mit und im Beirat der Schirn Kunsthalle Frankfurt.

Er sitzt im Board des „Solomon B. Freehof Institute“ für jüdisches Religionsrecht und des Saltz International Education Center Jerusalem. Außerdem ist er Beiratsmitglied der Internationalen Orient-Okzident-Gesellschaft, Mitglied des Kuratoriums des NABU und der Eugen-Biser-Stiftung, der Grünhelme und der Hirschfeld-Eddy-Stiftung.

Er war Mitglied im „Jewish Studies Advisory Board“ der Princeton UniversityMoses Mendelssohn-Fellow und German Marshall Fund Fellow, außerdem stellvertretendes Stiftungsratsmitglied der Berliner Philharmoniker, Mitglied der Hessischen Kulturkommission und Mitglied des Aufsichtsrates der Österreichische Bundestheater Holding.

Rabbiner Homolka war von 1997 bis 2000 und wieder ab 2004 Mitglied im Governing Body der World Union for Progressive Judaism. Von 1997 bis 2000 Mitglied im Vorstand der Union progressiver Juden in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Er ist Mitglied im Beirat des Forum für Interkulturellen Dialog e.V. (FID BERLIN e.V.).

Walter Homolka ist Oberstleutnant der Reserve beim Einsatzführungskommando der Bundeswehr.

Er ist Kolumnist der österreichischen Wochenzeitung „Die Furche“, Mitherausgeber der Reihe „Aus Religion und Recht“ beim Verlag Frank & Timme, Berlin, Mitglied im Beirat der Zeitschrift „de processibus matrimonialibus“ und Kuratoriumsmitglied der Zeitschrift „Belletristik“. Er ist Mitarbeiter an den Lexika „Religion in Geschichte und Gegenwart“ (RGG 4. Auflage) und „Encyclopedia of the Bible and its Reception“ (EBR).

Nach der erweiterten Zulassung des Tridentinischen Ritus führte Papst Benedikt XVI. im Februar 2008 eine Neuformulierung der Karfreitagsfürbitte für die Juden ein. Dies rief weltweite Proteste von Juden, Christen und weit darüber hinaus hervor. Walter Homolka sagte seine Teilnahme am Katholikentag in Osnabrück ab, da das Gebet eine Billigung der Judenmission impliziere. In einem Interview mit Spiegel Online vom 20. März 2008 äußerte Homolka, Gott habe die Juden zum „Licht unter den Völkern“ berufen, daher sei sicher keine Erleuchtung durch die katholische Kirche nötig. Außerdem warf er der katholischen Kirche vor, ihre „antisemitischen Tendenzen” nicht im Griff zu haben:

„…Es ist höhnisch für Juden, wenn ausgerechnet im Umfeld von Karfreitag die Katholische Kirche wieder für die Erleuchtung der Juden bittet, damit wir Jesus als Heiland erkennen.

Solche Aussagen werden in einem wirkungsgeschichtlichen Umfeld gemacht, das eng verbunden ist mit Diskriminierung, Verfolgung und Tod.

Das ist nach der Schuld, die die Katholische Kirche in ihrer Geschichte mit dem Judentum und zuletzt im Dritten Reich auf sich geladen hat, völlig unangemessen und muß auf das Schärfste zurückgewiesen werden.“

– Walter Homolka

Auszeichnungen (Auswahl)

Lesen Sie KARL MARX - Zur Judenfrage... und Sie werden staunen, was ein Jude über die Juden so schreibt...

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