Artur Schnabel

Artur Schnabel wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf. Bereits als Kind zog er nach Wien und wurde dort Schüler von Hans Schmidt und Teodor Leszetycki. Dort hatte Artur Schnabel 1890 sein Debüt.

1900 zog Artur Schnabel  nach Berlin und heiratete dort 1905 die Altistin Therese Behr-Schnabel (1876–1959), mit der er bei zahlreichen Liederabenden auftrat. 1911 spielte er zusammen mit dem Geiger Karl Klingler, dem Cellisten Arthur Williams und den Berliner Philharmonikern das Tripelkonzert von Ludwig van Beethoven, was ihm internationale Beachtung brachte.

1913 trat Artur Schnabel „aus dem Judentum“ aus

Artur Schnabel, about 1906

1913 trat Artur Schnabel "aus dem Judentum" aus

Artur Schnabel knüpfte enge Freundschaften zu Ernst Krenek und Eduard Erdmann. In einer Aufführung von Schönbergs Pierrot lunaire spielte Schnabel den Klavierpart. 1933, unmittelbar nach der Machtergreifung Hitlers, emigrierte Artur Schnabel mit seiner Familie nach Großbritannien. Von 1933 bis 1939 lebte die Familie Schnabel im Sommer in Tremezzo am Comersee in der Villa Ginetta. Dort befand sich auch die Schnabel-Schule. Diese wurde von Peter Diamand, dem späteren Leiter des Holland-Festivals geleitet. Artur Schnabel unterrichtete die Pianisten, seine Frau Therese die Sänger und der als Konzertmeister der Berliner Philharmoniker entlassene Szymon Goldberg die Geiger. Diese Sommerklassen wurden von etwa fünfzig Meisterschülern besucht. 1939 wanderte die Familie Schnabel in die USA aus. Mit seinen dort entstandenen Sinfonien hatte Artur Schnabel einen starken Einfluß auf die amerikanische neue Musik, namentlich auf Roger Sessions.

Die Mutter Artur Schnabels hatte Deutschland 1933 nicht verlassen. Sie wurde nach Theresienstadt deportiert und starb im Ghetto. Nach dem Krieg kehrten Schnabels zurück nach Tremezzo.

Artur Schnabel war als Interpret ein Verfechter entschiedener Werktreue. Er widmete sich vorwiegend Kompositionen, die, so Schnabel, „besser sind, als man sie aufführen kann“. Artur Schnabel spielte allerdings nahezu ausschließlich das alte klassische Repertoire. Arnold Schönberg meinte dazu in einem Brief an Carl Engel: „Sein Standpunkt scheint mir nicht nur albern, sondern fast verbrecherisch. Ich meine, es ist die erste Pflicht eines wirklichen Künstlers, zeitgenössische Musik zu spielen. Hätten sich alle Interpreten benommen wie er, so hätten die Werke der größten Meister noch immer nicht das Ohr des Publikums.“ Schnabels Schwerpunkt lag auf den Werken von BeethovenSchubertBrahms,Schumann und Mozart, die er zum Teil auch edierte. In den zwanziger Jahren spielte er den gesamten Zyklus der Beethoven-Sonaten. Artur Schnabel gilt zudem als Entdecker der damals noch unterschätzen Klaviersonaten Schuberts. Kein Komponist, so Schnabel, „sei näher an Gott als eben Schubert“.

Auch als Klavierpädagoge war Artur Schnabel von eminenter Bedeutung. Zu seinen Schülern gehörten neben vielen anderen Clifford CurzonClaude FrankDinu LipattiLeon Fleisher und Wladyslaw SzpilmanKonrad Wolff hat über Interpretationstheorie und -praxis seines Lehrers aus erster Hand publiziert.

Als Komponist wurde Artur Schnabel stark von Arnold Schönberg beeinflußt. Zu seinem umfangreichen kompositorischen Werk gehören drei Sinfonien, fünf Streichquartette sowie zahlreiche Kammermusikwerke. Interpretatorisch setzte sich vor allem der amerikanische Geiger und Dirigent Paul Zukofsky für Schnabels Werke ein. Seit 2001 werden die meisten kompositorischen Autographe in der Berliner Akademie der Künste aufbewahrt. Dort kam es im selben Jahr auch zu einer Konzertreihe mit Schnabels Werken.

Schnabels Schallplattenaufnahmen sind fester Bestandteil des diskographischen Repertoires. Von ihm stammt die erste, maßstabsetzende Gesamteinspielung der 32 Klaviersonaten Beethovens auf Schallplatte, eingespielt in den Jahren 1932 bis 1937 für His Master’s Voice. Als exemplarisch gelten ebenfalls seine Schubert-Aufnahmen. Mit seinem Sohn, dem Pianisten Karl-Ulrich Schnabel (1909−2001), spielte Schnabel auch zahlreiche vierhändige Klavierwerke ein. Ein weiterer Sohn war der Schauspieler Stefan Schnabel (1912−1999).

Am 8. Mai 1905 nahm Artur Schnabel fünfzehn Klavierstücke für das Reproduktionsklavier Welte-Mignon auf, sicherlich die ältesten von ihm überkommenen Aufnahmen.

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