Henryk Marcin Broder – Eigenbezeichnung Henryk Modest Broder

Henryk Broder

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Henryk Marcin Broder (Eigenbezeichnung Henryk Modest Broder; * 20. August 1946 in Kattowitz, Polen) ist ein deutscher Journalist und Buchautor. Beide Eltern waren Überlebende von Konzentrationslagern.

Broder beschäftigt sich bevorzugt mit der deutschen Politik und Israel; in den letzten Jahren haben kritische Texte über den Islam zugenommen. Kennzeichnend für seinen Stil ist sowohl die recherchierende und informierte Kolumne als auch die pointierte Polemik. Broder schrieb bis 2010 für die Magazine Der Spiegel und Die Weltwoche sowie für die Berliner Tageszeitung Der Tagesspiegel. Seit 2011 ist Broder für Die Welt, die Welt am Sonntag und Welt Online tätig.

Broder entstammt einer polnisch-jüdischen Familie, mit der er 1958 über Wien in die Bundesrepublik Deutschland kam und zunächst in Köln lebte, wo er 1966 sein Abitur am mathematisch-naturwissenschaftlichen Hansagymnasium erwarb. Anschließend studierte er an der dortigen Universität Soziologie, Volkswirtschaftslehre, Rechtswissenschaft, Statistik und Sozialpsychologie. Broder hat seine Studien vorzeitig – nach eigenen Worten „erfolgreich“ – abgebrochen.

Ende der 1960er Jahre begann er, in Hamburg als Autor bei den „St. Pauli-Nachrichten“ zu arbeiten. Das von dem Fotografen Günter Zint 1968 begründete, wöchentlich erscheinende Erotikblatt erzielte bereits 1970 mit einer Kombination aus Kontaktanzeigen, Erotik und linker politischer Agitation Auflagen von um die 800.000 Stück pro Ausgabe. In Hamburg lernte Broder unter anderem auch Günter Wallraff und Stefan Aust kennen. Broders erstes Buch Wer hat Angst vor Pornographie erschien 1970 bei Abraham Melzer.

Broder war auch Mitarbeiter der Musikzeitschrift „song“ und in den 1970ern bei „Pardon“ und „Spontan“, die beide oft explizit erotische Aufmacher und eine linke Grundhaltung verknüpften.

Im selben Zeitraum begann seine Auseinandersetzung mit Tendenzen innerhalb der Linken, die er als antisemitisch bezeichnete.

1981 verließ er Deutschland zeitweise und begann in Israel zu arbeiten, unter anderem als Autor bei der Jerusalem Post. Broder nannte als einen Grund für seinen zeitweiligen Weggang aus Deutschland einen „Emma“-Artikel Ingrid Strobls, in dem das Existenzrecht Israels bestritten würde. Er habe sich mit den „linken Antisemiten in Deutschland“ nicht mehr auseinandersetzen wollen.

Eine 1984 wegen des fortlaufenden heftigen Konflikts mit Alice Schwarzer von Wolfgang Pohrt vorgeschlagene Anthologie zusammen mit Eike Geisel und Christian Schultz-Gerstein über das Verhältnis der deutschen Linken zum Antisemitismus kam nicht zustande. Broder hatte Schwarzer unter anderem einen autoritären Charakter unterstellt, die PorNO-Kampagne Schwarzers wiederum wandte sich auch gegen den angeblich vorhandenen Sexismus in von männlichen linken Journalisten wie Broder geprägten Magazinen.

Die Auslieferung von Broders Buch Der ewige Antisemit wurde im Zusammenhang mit Aussagen zum Skandal um das Theaterstück Der Müll, die Stadt und der Tod von Rainer Werner Fassbinder zeitweise gestoppt, nachdem der Intendant des Frankfurter Schauspiels, Günther Rühle, gegen Antisemitismusvorwürfe Broders eine Einstweilige Verfügung erwirkt hatte.

1993 wurde Broder von Manfred Bissinger bei der Hamburger Zeitung „Die Woche“ engagiert. Im Anschluß daran begann er 1995 für das Magazin „Der Spiegel“ und dessen Online-Ausgabe zu schreiben.

Broder publizierte auch in der „Zeit“, im „profil“, in der „Weltwoche“ und der „Süddeutschen Zeitung“. In den 1980er Jahren moderierte er mit Elke Heidenreich und anderen die SFB-Talkshow „Leute“ aus dem Café Kranzler in Berlin. Er ist Mitherausgeber des Jüdischen Kalenders, einer jährlich im Taschenbuchformat erscheinenden Text- und Zitatensammlung zur neueren und neuesten jüdischen Geschichte und Kultur.

Broder wohnt in Berlin und ist mit einer Augsburger Verlegerin verheiratet. Zusammen haben sie eine erwachsene Tochter.

Broder hat mehrere Bücher über die jüdische Kultur, das deutsch-jüdische Verhältnis und über Judenfeindlichkeit und Antiamerikanismus in der deutschen Gesellschaft geschrieben. Er kontrastiert die sehr gegensätzliche, oft auch drastisch geführte öffentliche Debatte und Auseinandersetzung in Israel mit der – seiner Ansicht nach – polemische Töne kaum gewohnten deutschen Öffentlichkeit.

Broder hat zusammen mit Dan Diner, Wolfgang Pohrt und Eike Geisel in den 1970er Jahren die Kritik am Antizionismus in die politische Linke getragen, was mit zur Entstehung der sogenannten Antideutschen beitrug.

Bekannt wurde 1991 ein Interview Broders mit Hans-Christian Ströbele in Jerusalem, der 1991 eine Israel-Delegation der Grünen leitete. Thesen Ströbeles zur militärischen Unterstützung Israels bzw. zu einer israelischen Verantwortung für die Angriffe Saddam Husseins riefen nach Veröffentlichung in der „Jerusalem Post“ (in Deutschland in der SZ und der taz) erhebliche Proteste in Israel hervor.

Sie führten zum vorzeitigen Abbruch des Besuches und kosteten Ströbele sein Vorstandssprecheramt bei den Grünen.

Sein Bruch mit der traditionellen deutschen Linken – vor allem im Zusammenhang mit dem Vorwurf des Antiamerikanismus und des Antizionismus –, der öffentliche Umgang mit dem Islamismus und die deutsche Vergangenheitsbewältigung sind neben dem Nahostkonflikt und Israel Broders zentrale Themen. Von Anfang an unterstützte er den Irakkrieg und den Sturz Saddam Husseins. Er wirft den Europäern vor, gegenüber Diktatur, Islamismus und Terrorismus Appeasement-Politik zu betreiben. Vorübergehend beschäftigte er sich auch mit der deutschen Wiedervereinigung. Die kulturpolitischen Arbeiten Broders, so beim Jüdischen Kalender oder über das Berliner Scheunenviertel, geraten demgegenüber etwas ins Hintertreffen. Zusammen mit Eike Geisel, einem Mitautor aus der Hamburger Zeit, hatte er 1992 mit Veröffentlichungen und einem Dokumentarfilm über den Jüdischen Kulturbund auf ein bislang unbeachtetes Kapitel der Kulturpolitik in der NS-Zeit aufmerksam gemacht.
Abseits seiner üblichen thematischen Schwerpunkte hat Broder 2005 bei Spiegel Online ein Reisetagebuch mit Einzelbeiträgen über Kunst, Kultur, Alltagswelt und Landschaft Islands verfasst. Broder zufolge ermöglicht ihm Island, sich angesichts der faktischen Abwesenheit seiner drei „Problemvölker“ (Juden, Araber und Deutsche) auch einmal ungehindert über Wetter und Landschaft auslassen zu können.

Broder betreibt zusammen mit Michael Miersch und Dirk Maxeiner und anderen das nach eigenen Angaben liberale und pro-westliche publizistische Netzwerk „Die Achse des Guten“, in dessen Weblog er das Tagesgeschehen kommentiert.

Am 21. Oktober 2009 teilte er seinen Entschluss zur Kandidatur für das Amt des Präsidenten des Zentralrates der Juden mit.

  • Seiner Meinung nach befinde sich die derzeitige offizielle Vertretung der Juden in Deutschland in einem „erbärmlichen Zustand“.
  • Unter anderem wollte er sich dafür einsetzen, die Strafbarkeit der Holocaustleugnung abzuschaffen.

Er zog diese Kandidatur am 31. Oktober 2009 jedoch wieder zurück. Für die fünfteilige TV-Serie „Entweder Broder – Die Deutschland-Safari“, die von Hessischem Rundfunk, Bayerischem Rundfunk und Saarländischem Rundfunk für das Fernsehprogramm Das Erste produziert wurde, unternahm Henryk M. Broder im Herbst 2010 mit dem deutsch-ägyptischen Autor und Politikwissenschaftler Hamed Abdel-Samad eine 30.000 km lange Autoreise durch Deutschland.

Henryk M. Broder (2007)

Broder betrachtet den Antizionismus als eine Form des Antisemitismus: „Es gibt keinen Antizionismus, der seinen Ursprung nicht im Antisemitismus hätte.“

 

„Ein antizionistischer Jude ist tendenziell ein Antisemit. Der Antizionismus ist für Nichtjuden wie für Juden nur eine Ausrede, ihren Antisemitismus sozusagen in einer politisch aseptischen Form präsentieren zu können.“

Bereits Broders 1986 erschienenes Buch Der ewige Antisemit führte zu einer heftigen Kontroverse. Broder richtete seine Analysen nicht auf den extremistischen Rand der Gesellschaft, sondern auf linke und bürgerliche Positionen. Antisemitismus sei ein Amalgam verschiedener, sonst entgegengesetzter Positionen, die nicht wie ein Vorurteil auf wahrgenommene oder projizierte Eigenschaften, sondern als Ressentiment auf die Existenz von Juden und des Staates Israel zielten.

Broder schreibt dazu:

  • „Linke Antisemiten, die ihren Marx gelesen haben, können Juden nicht leiden, weil sie Kapitalisten, Ausbeuter und Unternehmer sind.
  • Rechte Antisemiten, die sich auf Dühring, Stoecker oder Marr berufen, hassen Juden, weil sie Revolutionäre, Sozialisten und Skeptiker sind, Träger des zersetzenden Geistes, eine Gefahr für das Abendland, die Moral und das freie Unternehmertum.
  • Gläubige Menschen mögen Juden nicht, weil viele Juden Ketzer und überzeugte Atheisten sind. Freigeister nehmen es den Juden übel, dass sie immer noch an ihrem alten Glauben festhalten.
  • Feministinnen, die keine Zeile von Thomas von Aquin oder Franz von Assisi gelesen haben, sind über die notorische Frauenfeindlichkeit des Judentums voll im Bilde.
  • Tierschützer und Vegetarier regen sich über das koschere Schächten der Tiere auf.
  • Internationalisten machen Juden den Vorwurf, dass sie einen eigenen Staat gegründet haben, und Nationalisten bemängeln, dass noch nicht alle Juden geschlossen hingezogen sind.
  • So sucht sich ein jeder aus, was ihm gerade passt, um seine Leidenschaft zu befriedigen.
  • Egal worum es geht: Der Jud’ ist schuld!“

Seine Unterscheidung zwischen Vorurteil und Ressentiments trug Broder auch bei einer öffentlichen Anhörung des Innenausschusses des Deutschen Bundestages zum Thema „Kampf gegen Antisemitismus“ am 15. Juni 2008 vor. Der Antisemitismus habe sich verändert, anstatt sich mit verbreiteten Vorurteilen oder mit Außenseiterpositionen etwa eines Horst Mahlers zu beschäftigen, sollten moderne, auch im Mainstream praktizierte antisemitische und antizionistische Ressentiments thematisiert und näher betrachtet werden.

In diesen und anderen Zusammenhängen hat er wiederholt den Grünen Bundestagsabgeordneten Hans-Christian Ströbele als Prototyp eines „linken Antisemiten“ angeführt und bezichtigt.

Ein Gerichtsprozess wegen Antisemitismusvorwürfen gegen Evelyn Hecht-Galinski führte zu einem starken Presseecho und zu einer Antisemitismus/Israelkritik-Grundsatzdebatte in deutsch- und englischsprachigen Medien.

Nach der Entebbe-Entführung (Operation Entebbe) im Jahr 1976 sprach Broder offen von linkem Antisemitismus. Die Selektion jüdischer Passagiere durch deutsche Terroristen der Revolutionären Zellen habe ihn dabei weniger aufgeregt, weil man diese „auf das Konto einiger Verrückter und Polit-Gangster“ habe schieben können, mit denen er nichts zu tun gehabt habe. „Entsetzt“ hätten ihn allerdings Reaktionen von Personen aus seinem politischen Umfeld, mit denen er zuvor gegen den Vietnamkrieg demonstriert habe. Broder zitiert dazu Presseberichte und Titelschlagzeilen, so etwa vom Spiegel, in denen die Befreiungsaktion im Jargon von Wehrmachtberichten als „Israels Blitzkrieg“ und „Wüstenfuchs-Aktion“ bezeichnet worden sei.

Broder warf Vertretern der Linken vor, sie hätten Israel als Aggressor verurteilt und eine „flagrante Verletzung der Souveränität eines Mitgliedstaates der Vereinten Nationen“ beanstandet, was angesichts der Situation in Entebbe unverhältnismäßig gewesen sei. Er beschuldigte darüber einen erheblichen Teil der westdeutschen Linken, Solidaritätserklärungen zugunsten Idi Amins abgegeben zu haben. Noch im Jahr 1998 hob Broder die Reaktion auf Entebbe als Zeitpunkt seines endgültigen Bruchs mit diesem Teil der Linken hervor.

Gegenüber Kritikern der USA und Israels, insbesondere auch aus der traditionellen Friedensbewegung, scheute Broder auch vor heftigen Schmähungen nicht zurück.

Broder sieht die Aufmerksamkeit für den Nahostkonflikt gegenüber anderen Konflikten mit höheren Opferzahlen, längerer Konfliktdauer und dennoch deutlich geringerer Resonanz (etwa Tibet und Darfur) als Indiz für antisemitische Tendenzen in der deutschen Öffentlichkeit. Er kritisiert zudem das Niveau vieler Äußerungen zu diesem Konflikt und bezweifelt die Kompetenz und Neutralität der in den Medien präsenten Akteure.

Die am 16. Juli 2009 erfolgte Auszeichnung der Tübinger Publizistin Felicia Langer mit dem Bundesverdienstkreuz erster Klasse wurde von Broder aufgrund Langers Position zu Israel scharf kritisiert. Broders E-Mail-Wechsel mit Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer wurde später von der Presse veröffentlicht.

Viele der in den letzten Jahren von Broder veröffentlichten Beiträge beschäftigen sich mit Islamismus und islamistischem Terrorismus sowie der seiner Ansicht nach unzureichenden kritischen Auseinandersetzung mit diesen Phänomenen in Teilen der europäischen Gesellschaft und Medien. Broder kritisiert aber auch generell eine Haltung von „1,5 Milliarden Moslems in aller Welt, die chronisch zum Beleidigtsein und unvorhersehbaren Reaktionen neigen.“

Ihre vorläufige Zusammenfassung fanden seine Ausführungen in seinem 2006 erschienenen Buch Hurra, wir kapitulieren! Von der Lust am Einknicken. In ihm plädiert Broder für eine nachdrückliche Verteidigung der Meinungsfreiheit und die einschränkungslose Verurteilung von terroristischen Anschlägen und wendet sich gegen das in seinen Augen falsche öffentliche Bild der Terroristen.

„Ich gebe zu, ich bin ein wenig neidisch auf die Terroristen. Nicht nur wegen der Aufmerksamkeit, die sie erfahren, sondern wegen der idealistischen Motive, die ihnen unterstellt beziehungsweise zugesprochen werden. Wer ein Auto klaut und damit einen Menschen an einer Kreuzung totfährt, der ist ein Verbrecher. Wer sich mit einer Bombe im Rucksack in einem Bus in die Luft sprengt und andere Passagiere mitnimmt, der ist ein Märtyrer, ein gedemütigter, erniedrigter, verzweifelter Mensch, der sich nicht anders zu helfen wusste. Worum ich die Terroristen am meisten beneide, ist der Respekt, der ihnen gezollt wird. Haben sie einmal bewiesen, wozu sie imstande sind, betreten Experten den Tatort und erklären, man dürfe sie nicht noch mehr provozieren, man müsse mit ihnen reden, verhandeln, sich auf Kompromisse einlassen und ihnen helfen, das Gesicht zu wahren. Nur so könne man sie zur Vernunft bringen und Schlimmeres verhüten.“

Ein Aufruf Broders anlässlich des Überfalls irakischer Truppen auf Kuwait 1991, Drohungen und Raketenangriffen Saddam Husseins gegen Israel, „an all jene Gutmenschen, die ihren Philosemitismus vor sich hergetragen hatten wie eine Monstranz, sie sollten jetzt tatkräftig ihre Solidarität beweisen und in das bedrohte Israel reisen“, wurde unter anderen von seinem früheren Hamburger Kollegen Günter Wallraff ernstgenommen, der sich mit den bedrohten Israelis solidarisierte und seine Eindrücke von Luftalarmen und Raketeneinschlägen vor Ort beschrieb.

Broder spricht im Zusammenhang mit dem seiner Meinung nach zu nachsichtigen Umgang mit islamischen Immigranten in Deutschland von „Inländerfeindlichkeit“: Ein neues Phänomen sei, „dass ein Teil der Migranten die Gesellschaft verachtet, in die er gekommen ist.“

Broder kritisierte insbesondere die Verhandlungsbereitschaft deutscher Außenpolitiker gegenüber den afghanischen Taliban und der iranischen Regierung. So merkte er an, dass die Parteivorsitzende der Grünen, Claudia Roth, sich während eines Besuches im Iran den Kopf verschleiert und danach für einen kulturellen Austausch eingesetzt hatte, und unterstellte ihr in einer Polemik, sich bei entsprechender Gelegenheit auch für das Lagertheater des KZ Theresienstadt begeistert haben zu können.

Die Kontroverse um die globale Erwärmung hält Broder für „eine Art Feldgottesdienst der Ungläubigen, die sich im Glauben an das Ende der Welt zusammengefunden haben“, und ist sich dabei auch mit anderen Autoren der Achse des Guten sowie Zeit-Herausgeber Josef Joffe einig.

Medienwissenschaftler wie Stephan Weichert und Lutz Hachmeister zählen Broder zu den führenden deutschen Journalisten und Meinungsmachern. Gleichzeitig musste er sich mehrfach wegen persönlicher Angriffe und umstrittener Zitate vor Gericht verantworten

Der Islamwissenschaftler Thorsten Gerald Schneiders von der Universität Münster wirft Broder in einer philologischen Studie über Argumentationstechniken deutscher Islamkritiker Islamfeindlichkeit vor. Demnach arbeite Broder etwa in Hurra, wir kapitulieren! unter anderem mit einer Aneinanderreihung von Negativbeispielen, schüre Vorurteile, betreibe Alarmismus und übe Schmähkritik.

Die etwa am Beispiel von Michael Wolffsohn, Rafael Seligmann und Henryk M. Broder angeführte These von der Wiederherstellung der einstigen deutsch-jüdischen Symbiose im Medienbereich wurde von Katharina Ochse pointiert zurückgewiesen.

Am Beispiel Broders wurde in einer Dissertation auch festgehalten, dass der Diskurs über Juden in Deutschland zumeist deutschen wie nichtdeutschen Juden selbst überlassen sei und werde. Umgekehrt sei das Interesse an jüdischer Kultur und deren Wiederaufnahme in Deutschland, welches Broder vielfältig bediene und karikiere, viel bedeutender als bei anderen Minderheiten.

1986 erhielt Broder den Hauptpreis des 5. Internationalen Publizistikwettbewerbs in Klagenfurt für die politische Satire Das 12. Bundesland. 2005 folgte der Schubart-Literaturpreis der Stadt Aalen.

Für seine Online-Publizistik wurde Broder im Januar 2007 vom Medienmagazin V.i.S.d.P. mit dem Goldenen Prometheus ausgezeichnet.

Am 24. Juni 2007 bekam Broder in der Frankfurter Paulskirche den mit 20.000 Euro dotierten Ludwig-Börne-Preis überreicht. Focus-Herausgeber Helmut Markwort, der für das Jahr 2007 von der Frankfurter Börnepreisstiftung als (wie beim Börnepreis üblich) alleiniger Juror und Laudator benannt worden war, hatte sich für Broder entschieden. Die Entscheidung für Markwort als Juror wie dessen Auswahl Broders stießen auch auf Protest. Alfred Grosser kritisierte Markwort und Broder als des Börnepreises und einer Verleihung in der Paulskirche nicht würdig.

Am 13. September 2008 wurde Broder mit dem Hildegard-von-Bingen-Preis für Publizistik ausgezeichnet.

4 Gedanken zu “Henryk Marcin Broder – Eigenbezeichnung Henryk Modest Broder

Lesen Sie KARL MARX - Zur Judenfrage... und Sie werden staunen, was ein Jude über die Juden so schreibt...

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