Evelyn Hecht-Galinski

Charlotte Knobloch, u.a. Präsidentin der Israe...

Image via Wikipedia

Evelyn Hecht-Galinski (* 1949 in Berlin) ist eine deutsche Antizionistin und Gründerin der deutschen Abteilung der Organisation „Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost“.

Sie ist die Tochter des 1992 verstorbenen Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland, Heinz Galinski. Ihre Auseinandersetzungen mit dem Zentralrat und ein Rechtsstreit über Antisemitismusvorwürfe gegen sie fanden vor allem in Deutschland und Israel Beachtung.

Evelyn Hecht-Galinski, die selbst eine Berliner Waldorfschule besucht hat, trat öffentlich Vorwürfen entgegen, in diesen würden negative Einstellungen zum Judentum geschürt, und äußerte „Verwunderung“ gegenüber entsprechenden „pauschalen und unbewiesenen“ Äußerungen von Paul Spiegel. Nach eigenen Angaben hat sie selbst wenig Beziehung zur Anthroposophie und bezeichnet sich als „erziehungsmäßig und traditionell mit dem Judentum verbunden, aber nicht im religiösen Sinne“.

In der Debatte um den Rücktritt von Michel Friedman im Jahr 2003 übte Hecht-Galinski Kritik am Zentralrat der Juden. Sie nannte es „unerträglich“, dass kurz nach dem Strafbefehl gegen Friedman Zentralrats-Präsident Paul Spiegel dessen Rückkehr in seine öffentlichen Ämter vorgeschlagen habe, und behauptete, „weder Paul Spiegel als Präsident noch Charlotte Knobloch als dessen Stellvertreterin sind geeignet, die Interessen der Juden in Deutschland zu vertreten“.

Im Zusammenhang mit der Operation Sommerregen und dem offenen Brief von Rolf Verleger warf Hecht-Galinski 2006 dem Zentralrat der Juden vor, er vertrete nur unzureichend die sozialen Belange der Gemeindemitglieder in den jüdischen Gemeinden in Deutschland. Stattdessen agiere er als „Sprachrohr der israelischen Regierung und Propagandamaschinerie“ und versuche, jegliche Kritik als Antisemitismus zu deklarieren. Die Politik Israels im Gaza-Streifen sei „durch nichts mehr zu rechtfertigen“.

Im Jahr 2007 bezeichnete Hecht-Galinski Vergleiche zwischen den israelisch besetzten Gebieten und dem Warschauer Getto (angestellt von den deutschen Bischöfen Gregor Maria Hanke und Walter Mixa) als „sehr moderat“. Sie verwies in diesem Zusammenhang auf das Lebensmotto ihres Vaters „Ich habe Auschwitz nicht überlebt, um zu neuem Unrecht zu schweigen“. Kritiker warfen Galinski wiederholt Selbsthaß vor.

2008 erklärte Hecht-Galinski in einer Folge der Radiosendung Hallo Ü-Wagen des WDR:

„Ich weiß es auch aus eigener Erfahrung, wenn ich Interviews im Deutschlandfunk hatte, wie dann sofort der Zentralrat oder israelische Botschafter anruft und sich protestiert.

 

 

Ich weiß, wie, wie verfahren wird von der israelisch-jüdischen Lobby, die es gibt, und da ist gar nichts gegen zu sagen, sie bezeichnet sich inzwischen selbst so.

 

Und was Sie hier gebracht haben, das hört sich son bisschen nach der ‚Broder-Connection‘ an, aber die ist so uninteressant, die ist so unter dem Niveau, aber ansonsten ist ein massiver Druck, und der Druck, der ist auch sehr erfolgreich, und das muß ich sagen. “

– Hecht-Galinski: Sendung „Hallo Ü-Wagen“

Daraufhin schrieb der Publizist Henryk M. Broder im Mai 2008 an WDR-Intendantin Monika Piel über Evelyn Hecht-Galinski:

„Jeder kölsche Jeck mit zwei Promille im Blut würde sogar an Weiberfastnacht erkennen, dass Frau EHG eine hysterische, geltungsbedürftige Hausfrau ist, die für niemanden spricht außer für sich selbst und dabei auch nur Unsinn von sich gibt. Ihre Spezialität sind antisemitisch-antizionistische Gedankenlosigkeiten …“

– Broder:

Broder stellte den Brief und Piels Antwort darauf auch ins Internet.
Als Antwort auf Broders Forderung, die Einwanderungspolitik auf wirtschaftliche Interessen zuzuschneiden, bezeichnete Hecht-Galinski ihn auf einer Veranstaltung ihrerseits als „Immigrant, den hier keiner in Deutschland eigentlich haben wollte“, und zudem als „Polarisierer, der alle Kritiker nur mit Beleidigungen und persönlichen Diffamierungen überzieht“.

Es folgte ein Rechtsstreit mit Broder, der zu einer Debatte über das Verhältnis von Antisemitismus und Israelkritik in deutsch- und englischsprachigen Medien führte.

Hecht-Galinski erwirkte zunächst eine einstweilige Verfügung, die es Broder bis auf weiteres verbot, in seiner Kritik den Begriff „antisemitisch“ zu verwenden. Die erste gerichtliche Instanz entschied, es handele sich um ein Werturteil, bei dem die Grenze zur Schmähkritik überschritten sei, so dass die Klägerin Unterlassung verlangen könne.

Gegen dieses Urteil legte Broder jedoch erfolgreich Berufung ein. Das Oberlandesgericht Köln hob die einstweilige Verfügung mit der Begründung auf, die Kritik Broders sei zwar überzogen und ausfällig, werde jedoch letztlich vom Grundrecht auf Meinungsäußerung gedeckt, da sie als Beitrag zu einer die Öffentlichkeit wesentlich berührenden Frage verstanden werden könne. Das Hauptsacheverfahren vor dem Landgericht Köln steht noch aus

2008 hatte Evelyn Hecht-Galinski Henryk M. Broder in einem Artikel „Pornoverfasser“ genannt. Henryk M. Broder hatte sie daraufhin verklagt, verlor diesen Prozess jedoch endgültig am 17. August 2009.

Im Frühjahr 2009 schlug Evelyn Hecht-Galinksi die deutsch-israelische Rechtsanwältin Felicia Langer für das Bundesverdienstkreuz vor. Langer ist in Deutschland als scharfe Kritikerin der Politik Israels gegenüber den Palästinensern bekannt geworden. Im Juli 2009 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse, was einen heftigen Streit auslöste. Bereits 2006 hatte Hecht-Galinski für Langer Partei ergriffen und deren Ausladung vom Else-Lasker-Schüler-Forum scharf kritisiert.

Ein Gedanke zu “Evelyn Hecht-Galinski

Lesen Sie KARL MARX - Zur Judenfrage... und Sie werden staunen, was ein Jude über die Juden so schreibt...

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s