Libeskind baut wieder für Jüdisches Museum in Berlin

Sein Bau für das Jüdische Museum Berlin zieht jedes Jahr Hunderttausende an – nun ergänzt der polnisch-amerikanische Stararchitekt Daniel Libeskind (65) sein Projekt mit einem neuen Gebäude. Gegenüber des Museums in Berlin-Kreuzberg soll im Juli 2012 eine Erweiterung entstehen.

Polnisch-amerikanischer Stararchitekt Daniel Libeskind

Polnisch-amerikanischer Stararchitekt Daniel Libeskind

Dafür wird zurzeit die Halle des einstigen Blumenmarktes umgestaltet. Für die 170 Meter lange Industriehalle hat Libeskind drei Räume in Form von riesigen Holzkisten entworfen, die an die Diaspora des jüdischen Volkes erinnern sollen, wie das Museum am Mittwoch mitteilte. Der auf elf Millionen Euro veranschlagte Umbau soll vor allem den Bildungsangeboten und dem Archiv des Museums dienen.

U.S. architect Daniel Libeskind in front of hi...

U.S. architect Daniel Libeskind in front of his extension to the Denver Art Museum, Denver, Colorado, USA. (Photo credit: Wikipedia)

Zur Person

Privat geboren am 12. Mai 1946 in Polen, mit seinen Eltern emigrierte der Jude 1957 nach Israel. Dort und in New York studierte der Jude zunächst Musik, wechselte erst später zu Architektur. Der Jude ist verheiratet, hat drei Kinder, lebt in New York, hat einige Jahre in Berlin verbracht.

Projekte (u.a.) Freedom Tower auf dem „Ground Zero“-Areal New York, Jüdisches Museum Berlin, Denver Art Museum, Imperial War Museum Manchester

Libeskind - London Metropolitan University

Libeskind – London Metropolitan University (Photo credit: Alan Stanton)

Das Jüdische Museum gilt mit rund 750 000 Besuchern im Jahr als eines der erfolgreichsten Museen der Hauptstadt. Im Oktober feiert es sein zehnjähriges Bestehen. In den kommenden Jahren will sich das Museum stärker aktuellen Themen widmen. In der neuen Akademie sollen Pädagogen mit Schülern Fragen zum Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Kulturen und Glauben behandeln. Wissenschaftler sollen zu Forschungsprojekten eingeladen werden. Die einstige Industriehalle aus den 60er-Jahren steht unter Denkmalschutz und soll äußerlich kaum angetastet werden. Im Eingangsbereich ist lediglich ein schräger Vorbau geplant, der den Weg in die Halle bahnen soll. Im Inneren sollen zwei ebenfalls mit Holz verkleidete Kuben das Auditorium und die Bibliothek beherbergen.

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English: Archipreneuer (Adam Crain’s) Photo of the Denver Art Museum by Daniel Libeskind. (Photo credit: Wikipedia)

Sie sollen an Transportkisten und die Arche Noah erinnern. Geplant sind dazwischen vier begrünte Stahl-Flächen, die als Gegenpart zum «Garten des Exils» im Hauptgebäude hier einen «Garten der Diaspora» darstellen sollen.

Born in Łódź, Poland on May 12, 1946, Libeskind was the second child of Dora and Nachman Libeskind, both Polish Jews and Holocaust survivors.

English: The Jewish Museum Berlin, designed by...

English: The Jewish Museum Berlin, designed by architect Daniel Libeskind. (Photo credit: Wikipedia)

As a young child, Libeskind learned to play the accordion and quickly became a virtuoso, performing on Polish television in 1953. He won a prestigious America Israel Cultural Foundation scholarship in 1959 and played alongside a young Itzhak Perlman.[5] That summer, the Libeskinds moved to New York City on one of the last immigrant boats to the United States.

In New York, Libeskind attended the Bronx High School of Science. The print shop where his father worked was on Stone Street in lower Manhattan, and Libeskind watched the original World Trade Center being built in the 1960s.

Interview mit Daniel Libeskind

„Mein Gebäude ist ein Partner“

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English: The intersection of tunnels beneath the Jewish Museum Berlin, designed by architect Daniel Libeskind. (Photo credit: Wikipedia)

Architekt Daniel Libeskind war der Stargast bei den Feierlichkeiten auf der prominentesten Baustelle der Stadt. Er kam mit seiner Frau Nina aus London und flog nach dem Richtfest wieder zurück. Beim Rundgang erkundete er zum ersten Mal den Rohbau – und war begeistert.

Herr Libeskind, das letzte Mal, als wir uns hier trafen, war vom Kö-Bogen noch nichts zu sehen. Ist es so, wie Sie es sich vorgestellt haben?

Libeskind Es ist großartig. Dieses Gebäude wird ein sehr wichtiger Teil von Düsseldorf und der Umgebung.

Was ist das für ein Gefühl, den eigenen Entwurf in voller Größe zu sehen?

Libeskind

Libeskind (Photo credit: Wikipedia)

Libeskind Es ist sehr inspirierend. Jeder Architekt träumt davon, dass aus der Idee ein Gebäude wird, ein Platz, wo Menschen leben, arbeiten und einkaufen. Und dass eine neue Nachbarschaft kreiert wird. All das zusammen ist wirklich ein fantastisches Gefühl.

Ihnen war immer wichtig, daß Ihr Gebäude mit der Umgebung harmoniert, auch mit Dreischeiben- und Schauspielhaus. Ist es die Komposition, die Sie wollten?

Libeskind Auf jeden Fall. Je kompletter der Bau wird, desto besser sind seine Beziehungen zur Umgebung zu erkennen – zum Park Hofgarten, zum Schadowplatz, zur Königsallee und zu den anderen Gebäuden. Es wird keine Box mit vier Kanten. Es ist kein solitäres Objekt, sondern ein Partner. Man kann drum herumlaufen und es besichtigen.

English: This image is from a photo opportunit...

English: This image is from a photo opportunity of Architects: Joe Payyapilly & Daniel Libeskind, during the work of the Denver Art Museum, picture taken in 2003 at Denver, Colorado. (Photo credit: Wikipedia)

Die direkt benachbarte Hochstraße Tausendfüßler wird im Februar nächsten Jahres abgerissen. Bedauern Sie das?

Libeskind Nein, denn Düsseldorf ist eine dynamische Stadt. Solche Städte verändern sich ständig, machen Neues und entwickeln sich weiter. Ich denke, das ist auch ein Teil des Erfolgs von Düsseldorf.

Das Dreischeibenhaus hat neue Eigentümer, einen Investor, der es komplett sanieren lässt. Glauben Sie, daß der Kö-Bogen einen Impuls an die Umgebung gibt?

Libeskind Natürlich. Jedes gute Gebäude hebt die Standards und Erwartungen. Es macht die Stadt wertvoller.

English: The Frederic C. Hamilton building ext...

English: The Frederic C. Hamilton building extension to the Denver Art Museum in Colorado, United States. The building was designed by Studio Daniel Libeskind. (Photo credit: Wikipedia)

Ihr Komplex gilt als „Green Building“, als ökologisches Gebäude. Was ist darunter zu verstehen?

Libeskind Es verbraucht wenig Energie, ist nachhaltig und geht verantwortungsvoll mit der Umwelt um. Es ist ein geschicktes, ökologisches Gebäude, das im Sinne der Leute, die es benutzen, funktioniert. Mir ist auch wichtig, die Natur zu integrieren. Deshalb die bepflanzten Einschnitte in der Fassade.

Sie haben gerade einen Rundgang durch die Rohbauten gemacht. Wie fanden Sie es?

An aerial view of the museum proper, the Holoc...

An aerial view of the museum proper, the Holocaust Tower, and the Garden of Exile at the Jewish Museum Berlin, designed by Daniel Libeskind. The U-shaped structure on the right is the Kollegienhaus, the former Baroque Prussian courthouse which has since been converted into part of the Berlin Museum. (Photo credit: Wikipedia)

Libeskind Ich bin begeistert, kann kaum erwarten, hier einzukaufen.

Die meisten Mieter sind bekannt: Dazu gehören Breuninger, Joop, Windsor und die Boston Consulting Group. Ist das die Mischung, die Sie sich gewünscht haben?

Libeskind Es ist nicht meine Aufgabe, das zu beeinflussen. Aber natürlich möchte man als Architekt große Namen in seinem Gebäude haben.

Im Herbst 2013 sehen wir uns wieder bei der Eröffnung. Welche Bilder sehen Sie, wenn Sie an den Tag denken?

Memoria e Luce - Daniel Libeskind

Memoria e Luce – Daniel Libeskind (Photo credit: anafesto)

Libeskind Ich sehe eine neue Lebendigkeit, Menschen, die arbeiten und einkaufen in dieser unglaublichen Umgebung.

Ein Gedanke zu “Libeskind baut wieder für Jüdisches Museum in Berlin

Lesen Sie KARL MARX - Zur Judenfrage... und Sie werden staunen, was ein Jude über die Juden so schreibt...

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