Naftali Herz Tur-Sinai

 

Eliezer Ben Jehuda

Eliezer Ben Jehuda (Photo credit: Wikipedia)

Naftali Herz Tur-Sinai (hebraisiert: „Fels des Sinai“) wurde am 13. November 1886 als Harry Torczyner in Lemberg, Österreich-Ungarn als Sohn des aus Brody stammenden Kaufmanns und hebräischen Schriftstellers Isaac Eisig Torczyner geboren und war ein bedeutender israelischer Semitist und Bibelausleger. Er ist der Schöpfer einer deutschsprachigen Übersetzung des Tanach.Mit sechs Jahren kam er nach Wien, wo sein Vater einer enthusiastischen, zionistischen Gruppe angehörte.

Exodus Sinai

Exodus Sinai (Photo credit: Wikipedia)

1910 lernte er Eliezer Ben-Jehuda, den wichtigsten Begründer der neuhebräischen Sprache, kennen.

Naftali Herz Tur-Sinai war verheiratet mit Malka Silberstein und hatte zwei Kinder. Mit ihm ging die Epoche der Gründerväter, für die die Wiederbelebung der hebräischen Sprache eine lebenslange Aufgabe war, zu Ende.

Tur-Sinais Bibelübersetzung verfolgt den sogenannten strukturtreuen Ansatz (siehe Bibelübersetzung). Die Bücher sind gemäß der Reihenfolge der hebräischen Heiligen Schrift angeordnet. Als Kenner des Talmuds ließ sich Tur-Sinai bei der Übersetzung bewußt von traditionellen jüdischen Auslegungen leiten. Daraus ergeben sich für an christliche Übersetzungen gewohnte Leser teilweise überraschende Lesarten. Tur-Sinai kommentiert diese Lesarten und begründet auch andere Übersetzungsentscheidungen im Anhang der Druckausgabe.

Leseprobe Gen 4,6–7:

Da sprach der Ewige zu Kain: „Warum verdrießt es dich, Warum ist dein Angesicht gesenkt? Ob du das bessre Teil erhältst, ob nicht das bessre – zur Tür hin, Sünde, kauernd (oder: „zum Ausverkauf am Weizen kauernd“), muß doch zu dir sein Hunger, und du wirst ihn beherrschen.“

Tur-Sinais Kommentar (gekürzt):

„In der Anrede Gottes an Kain, hält die Übersetzung zwei Möglichkeiten offen, die sich schon in den Ansichten der talmudischen Autoritäten Rab und Schemuel widerspiegeln […], daß hattat hier nicht Sünde, sondern […] Getreide bezeichnet, und erst diese Erkenntnis ermöglicht es, die so viel mißverstandene Stelle in ihrem Sinn zu erkennen. Hier tröstet […] Gott Kain für den Verlust des Erstgeburtsrechts [… damit], daß sein Bruder […] zur Zeit der Hungersnot zu ihm […] wird kommen müssen.“

Weitere Werke/Ausgaben

  • Entstehung des semitischen Sprachtypus, 1916
  • Hiob, 1920
  • Die Bundeslade und die Anfänge der Religion Israels, 1922
  • Mitarbeit beim Jüdischen Lexikon, 1927–1930
  • Mitherausgeber der grossen Encyclopedia Judaica (1927 ff; 1934 bei Band 10, „L“, abgebrochen)
  • Bibelübersetzung 1935 ff.
  • Die Heilige Schrift. Ins Deutsche übertragen von Naftali Herz Tur-Sinai; Holzgerlingen: Hänssler, 1993; ISBN 3775120408

Auszeichnungen

Weblinks

Lesen Sie KARL MARX - Zur Judenfrage... und Sie werden staunen, was ein Jude über die Juden so schreibt...

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