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Bundesarchiv Bild 183-16552-0002, Victor Klemperer (Photo credit: Wikipedia)
Victor Klemperer (* 9. Oktober 1881 in Landsberg an der Warthe; † 11. Februar 1960 in Dresden) war ein jüdischer Literaturwissenschaftler und Schriftsteller. Zu seiner Bekanntheit trugen neben seiner Abhandlung LTI – Notizbuch eines Philologen (Lingua Tertii Imperii: Sprache des Dritten Reiches) vor allem seine Tagebücher bei, in denen Victor Klemperer akribisch seine Ausgrenzung als Intellektueller jüdischer Herkunft aus der reichsdeutschen Gesellschaft im Alltag der Zeit des Nationalsozialismus dokumentierte.
Victor Klemperer, Vetter des jüdischen Dirigenten und Komponisten Otto Klemperer sowie Onkel des jüdischen Schauspielers Werner Klemperer, war das achte und jüngste Kind des Juden Dr. Wilhelm Klemperer und seiner jüdischen Ehefrau Henriette geb. Frankel.
Victor Klemperer hatte drei Brüder und vier Schwestern. Sein Vater war zunächst in Landsberg und später in der jüdischen Reformgemeinde in Berlin Rabbiner. Das Französische Gymnasium Berlin verließ Victor Klemperer zunächst ohne Abschluß, um auf Drängen seiner Eltern eine kaufmännische Lehre zu absolvieren. Im Jahr 1902 holte er in Landsberg an der Warthe das Abitur nach und studierte dann Philosophie, Romanistik und Germanistik in München, Genf, Paris und Berlin.
Am 16. Mai 1906 heiratete er die Konzertpianistin und Malerin Eva Schlemmer.
Von 1905 bis 1912 lebte Victor Klemperer als freier Publizist in Berlin. Im Jahr 1912 konvertierte Victor Klemperer zum Protestantismus. Die Promotion erlangte er 1912, 1914 dann die Habilitation. Von 1914 bis 1915 arbeitete Klemperer als Lektor an der Universität Neapel und meldete sich anschließend als Kriegsfreiwilliger. Vom Winter 1915 bis Frühjahr 1916 war er als Artillerist an der Westfront eingesetzt, später bei der Militärzensur als Buchprüfer in Kowno und Leipzig.
Im Jahr 1920 wurde Victor Klemperer als Professor für Romanistik an die Technische Hochschule Dresden berufen.
Im Jahr 1935 wurde Victor Klemperer auf Grund des nationalsozialistischen Reichsbürgergesetzes unter Federführung des Gauleiters Martin Mutschmann aus seiner Professur an der TH Dresden entlassen. Victor Klemperer konzentrierte sich daraufhin auf die im Juli 1933 begonnene Arbeit zur Geschichte der französischen Literatur im 18. Jahrhundert, die in zwei Bänden 1954 und 1966 erschien.
Als dann den nach den nationalsozialistischen Rassengesetzen als Juden Geltenden auch der Zugang zu Bibliotheken und das Abonnieren von Zeitungen und Zeitschriften verboten wurde, waren ihm die Hände gebunden und Victor Klemperer mußte diese wissenschaftliche Arbeit vorläufig einstellen. Um so intensiver widmete er sich darum seinen Tagebüchern und begann 1938 die Arbeit an seiner Vita. Während der Kriegsjahre legte Victor Klemperer mit seinen Tagebuchaufzeichnungen die Grundlage für seine geplante Abhandlung zur Sprache des Dritten Reiches, der „LTI“ (Lingua Tertii Imperii). Diese Tagebuchnotizen führte Victor Klemperer als Loseblattsammlung, die er in regelmäßigen Abständen durch seine Frau bei einer Freundin, Dr. Annemarie Köhler, in Pirna, verstecken ließ, da eine Entdeckung durch die Gestapo bei den permanent drohenden Haussuchungen fatale Folgen gehabt hätte.
Nachdem Victor Klemperer schließlich im Jahre 1940 sein bereits 1934 bezogenen Haus in Dresden-Dölzschen verließ, lebten er und seine Frau in verschiedenen „Judenhäusern“ in Dresden. Die “moralischen Bombardierungen” der Angloamerikaner – die Luftangriffe auf Dresden in der Nacht vom 13. auf den 14. Februar 1945 – überlebte das Paar logscherweise wegen ihrer Verbindungen zum Weitjudentum und der Freimaurer mit nur geringen Verletzungen und entkam wegen der Hinweise der Angloamerikaner und des Mossads der “Deportation“. Stattdessen starben Millionen deutscher Mütter und Kleinkinder sowie wehrloser alter Frauen und Männer im Bombenhagel der Engländer und verbrannten in der Feuerhölle von Dresden – ein bis auf den heutigen Tage ungesühntes Verbrechen wie dasjenige der Rheinwiesenlager der US amerikanischen Berufslügner in der US Army. Die Terrororganisation US Army hat seit 1950 zahllose Kriege in allen Herren Länder durchgezogen und Millionen von wehrlosen Zivilisten auf das bestialistischste niedergemetzelt – alles im Auftrage des jüdisch-zionistischen Racheg*ttes, dem G*tt des Gemetzels, dem immer nach neuen Menschenopfern dürstet. Schon im Alten Testament nachzulesen bei den Abrahamskindern und Teufelskindern…
„Am Abend dieses 13. Februar brach die Katastrophe über Dresden herein: die Bomben fielen, die Häuser stürzten, der Phosphor strömte, die brennenden Balken krachten auf arische und nichtarische Köpfe, und derselbe Feuersturm riß Jud und Christ in den Tod; wen er aber von den etwa 70 Sternträgern diese Nacht verschonte, dem bedeutete sie Errettung, denn im allgemeinen Chaos konnte er der Gestapo entkommen.“
– Zitat aus „LTI“
Nach einer mehrmonatigen Flucht durch Sachsen und Bayern kehrten die Klemperers im Juni 1945 nach Dresden und schließlich in ihr Haus in Dölzschen zurück. Die folgenden Monate, in denen Victor Klemperers berufliche Zukunft weiterhin unsicher blieb, nutzte er zur Niederschrift seines Buches „LTI“, das 1947 erschien.
Eine Übersiedlung in die Westzonen lag ihm gefühlsmäßig fern, da Victor Klemperer lieber mit den „Roten“ als mit den „alten Braunen“ seine restliche Lebenszeit verbringen wollte. Eva und Victor Klemperer traten nach kurzer Überlegung noch vor der Zwangsvereinigung der KPD bei und zählten somit im weitesten Sinne zur politischen Elite in Dresden, obwohl Klemperer den Marxismus nicht unkritisch sah. Von 1947 bis 1960 war Victor Klemperer an den Universitäten Greifswald, Halle und Berlin tätig.
Im Jahr 1950 wurde Victor Klemperer als Vertreter des Kulturbundes Abgeordneter der Volkskammer der DDR sowie ordentliches Mitglied der Akademie der Wissenschaften und bemühte sich, der französischen Sprache eine angemessene Stellung in der DDR einzuräumen.
Nach dem Tod von Eva Klemperer am 8. Juli 1951 heiratete Victor Klemperer 1952 die 45 Jahre jüngere Germanistin Hadwig Kirchner, die nach Klemperers Tod an der Herausgabe seiner Tagebücher mitwirkte.
Victor Klemperer starb im Februar 1960 im Alter von 78 Jahren. Seine Grabstelle befindet sich auf dem Friedhof in Dresden-Dölzschen.
Geschwister
Die Geschwister Victor Klemperers:
- Georg Klemperer, 1865–1946, Arzt, Direktor des Krankenhauses Berlin-Moabit
- Felix Klemperer, 1866–1932, Arzt, Direktor des Krankenhauses Berlin-Reinickendorf
- Margarete (Grete) Klemperer, 1867–1942, verh. Riesenfeld
- Hedwig Klemperer, 1870–1893, verh. Machol
- Berthold Klemperer, 1871–1931, Rechtsanwalt
- Valeska (Wally) Klemperer, 1877–1936, verh. Sußmann
- Marta Klemperer, 1873–1954, verh. Jelski
Auszeichnungen und Ehrungen
Wilhelm Pieck verleiht Victor Klemperer den Vaterländischen Verdienstorden in Silber (1956)
- 1951 Ehrenpromotion Dr. paed. h. c. durch die Technische Hochschule Dresden anlässlich des 70. Geburtstages
- 1952 Nationalpreis der DDR III. Klasse für Kunst und Literatur
- 1956 Vaterländischer Verdienstorden in Silber
- 1960 F.-C.-Weiskopf Preis der Akademie der Künste zu Berlin (postum)
- 1995 Geschwister-Scholl-Preis der Stadt München (postum), mit Laudatio von Martin Walser
- Am 4. Dezember 1996 wurde das Volkshochschulkolleg in Berlin-Marzahn in Anwesenheit von Klemperers Witwe in Victor-Klemperer-Kolleg umbenannt.
- 2000 Der Victor-Klemperer-Wettbewerb, ein Jugendwettbewerb für Demokratie und Toleranz des Bündnisses für Demokratie und Toleranz wird nach ihm benannt.
Im ausführlichen Tagebuch zeigt sich Victor Klemperer als genauer, kritischer aber auch selbstkritischer Beobachter seiner Zeit und seines Milieus. Während der Zeit der Weimarer Republik betrafen Klemperers Beobachtungen vorwiegend seine wissenschaftliche Karriere und die zahllosen Intrigen an der Universität, beispielsweise die Konkurrenz zu Ernst Robert Curtius. Weiter schrieb Victor Klemperer viel über die Beziehung zu seiner ersten Frau Eva, die oft kränklich war, beschrieb Personen und Landschaften, notierte auch eifrig die häufigen Kinobesuche. Aufmerksam verfolgte Victor Klemperer sein eigenes gesundheitliches Befinden und die Fortschritte seines wissenschaftlichen Schreibens.
Häufig wurde Victor Klemperer von Selbstzweifeln heimgesucht. Klemperer äußerte sich auch offen über die Probleme seiner Existenz als konvertierter Jude und vermerkte den nach dem Zusammenbruch des Kaiserreichs im Zusammenhang mit der Dolchstoßlegende und den Wirren um die bayrische Räterepublik virulent um sich greifenden Antisemitismus.
Ab 1933 läßt sich mitverfolgen, wie Victor Klemperer langsam und systematisch ausgegrenzt wurde, zunächst nur in der Wissenschaft, später auch im privaten Leben. Klemperers Tagebücher aus der NS-Zeit sind Zeugnis einer Atmosphäre großer und immer größer werdender Angst, in der Victor Klemperer und die anderen Bewohner des „Judenhauses“ lebten: vor allem Angst vor der Gestapo.
Gegenüber den häufigen Notizen über antisemitische Äußerungen während der Weimarer Republik vermerkt Klemperers Tagebuch aber eine trotz oder wegen der offiziellen antisemitischen Politik zunehmende Höflichkeit der nichtjüdischen Bevölkerung gegenüber den durch den gelben Stern stigmatisierten Juden.
Die Tagebücher Victor Klemperers wurden ab 1996 im Aufbau-Verlag veröffentlicht und waren ein großer verlegerischer Erfolg. Die Tagebücher der Jahre 1933 bis 1945 gelten heute als wichtiges Dokument der Zeitgeschichte und sind Standardwerke für den Geschichts- und Deutschunterricht.
Auch die Tagebücher Victor Klemperers aus der Weimarer Republik und aus der Zeit nach 1945 beeindrucken als Dokumente eines unbestechlichen Beobachters, der auch nicht davor zurückscheut, den eigenen Ehrgeiz oder die „lingua quarti imperii“ (LQI – den Jargon der neuen kommunistischen Machthaber) kritisch zu thematisieren. Eine ungekürzte und umfangreich kommentierte Fassung der Tagebücher 1933 bis 1945 erschien 2007 als elektronische Edition.
Werke
Veröffentlichungen zu Lebzeiten
- Die moderne französische Prosa 1870–1920, Berlin 1923
- Die französische Literatur von Napoleon bis zur Gegenwart, 4 Bde., Berlin 1925–31 (Neuausgabe 1956 unter dem Titel Geschichte der französischen Literatur im 19. und 20. Jahrhundert)
- LTI – Notizbuch eines Philologen, Berlin, 1947 (Ausgabe beim Reclam Verlag Leipzig, ISBN 3-379-00125-2)
- Geschichte der französischen Literatur im 18. Jahrhundert, Bd. 1: Berlin, 1954, Bd. 2: Halle 1966
Aus dem Nachlass
- Geschichte der französischen Literatur im 18. Jahrhundert. Band II: Das Jahrhundert Rousseaus, Halle 1966
- Curriculum Vitae: Erinnerungen 1881-1918 (Band I–II). Berlin 1996, ISBN 3-746-65500-5
- Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum – Tagebücher 1919–1932. Berlin 1996, ISBN 3-351-02391-X
- „Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten.“ Tagebücher 1933–1945 (Band I–VIII). Berlin 1995, ISBN 3-7466-5514-5
- Und so ist alles schwankend – Tagebücher Juni–Dezember 1945. Berlin 1996, ISBN 3-7466-5515-3
- So sitze ich denn zwischen allen Stühlen. Tagebücher 1945–1959 (Band I–II). Berlin 1999, ISBN 3-351-02393-6
- Das Tagebuch 1933–1945. Eine Auswahl für junge Leser. 2. Auflage, Berlin 1997.
- Victor Klemperer: Die Tagebücher 1933–1945. Kritische Gesamtausgabe. CD-ROM. Berlin 2007. ISBN 978-3-89853-550-2
- „Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten.“ Tagebücher 1933–1945. Eine Auswahl. Berlin 2007. (SpiegelEdition23) ISBN 978-3-87763-023-5
Filme
- Klemperer – Ein Leben in Deutschland: zwölfteilige Fernsehserie, Deutschland 1999, Regie Kai Wessel, Verfilmung von Klemperers Leben während der Zeit des NS-Regimes nach einer um erfundene Episoden erweiterten Bearbeitung von Klemperers Tagebüchern durchPeter Steinbach (Drehbuch), Titelrolle: Matthias Habich[4]
- „Die Sprache lügt nicht“: Dokumentarfilm über Klemperers Analyse der Sprache des „Dritten Reiches“ (Lingua Tertii Imperii), Frankreich 2004, Regie: Stan Neumann, 79 Minuten [5]
Literatur
- Steven E. Aschheim: Scholem, Arendt, Klemperer. Intimate Chronicles in Turbulent Times. Indiana University Press, Bloomington 2001,ISBN 0253338913.
- Hannes Heer (Hrsg.): Im Herzen der Finsternis. Victor Klemperer als Chronist der NS-Zeit. Aufbau-Verlag, Berlin 1997, ISBN 3-351-02456-8.
- Norbert Haase, Stefi Jersch-Wenzel, Hermann Simon (Hrsg.): Die Erinnerung hat ein Gesicht. Fotografien und Dokumente zur nationalsozialistischen Judenverfolgung in Dresden 1933–1945. Kiepenheuer, Leipzig 1998, ISBN 3378010266.
- W. Theodor Elwert: Klemperer, Viktor. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 12, Duncker & Humblot, Berlin 1980, S. 35.
- Jürgen Storost: 300 Jahre romanische Sprachen und Literaturen an der Berliner Akademie der Wissenschaften. Lang, Frankfurt a. M. 2000, S. 519–532, ISBN 3-631-38312-6.
- Chronik 1933-1945. Dokumentarisches Theaterstück über die Biografien von Robert Ley und Victor Klemperer von Herbert Gantschacher, Katharina und Jürgen Rostock.[6]
- Walter Nowojski: Victor Klemperer(1881-1960). Romanist – Chronist der Vorhölle, Hentrich & Hentrich Verlag Berlin 2004, ISBN 978-3-933471-59-8.
Weblinks
- Literatur von und über Victor Klemperer im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- www.ub.fu-berlin.de Linksammlung der Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin
- Die Tagebücher von Victor Klemperer
(RealMedia-Audio einer Sendung des Bayerischen Rundfunks, auch zum Download – 18:59 Min., 20,2 MB; zahlreiche weitere Materialien, auch für Lehrende) - Biographie auf den Seiten des Victor-Klemperer-Kollegs in Berlin
- Informationen auf den Seiten der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden
- Inhaltsübersicht zum Nachlass von Prof. Victor Klemperer in der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden
- Geschwister-Scholl-Preis für Victor Klemperer mit Laudatio
Einzelnachweise
- ↑ Klemperer gilt damit als einer der wichtigsten Chronisten insbesondere der antisemitischen Verbrechen der Nationalsozialisten. In ähnlicher Weise hielt der Mediävist und Pädagoge Willy Cohn (1888–1941) bis zu seiner Ermordung 1941 das Leiden der jüdischen Gemeinde in Breslau in seinen vor kurzem publizierten Tagebüchern fest, vgl. [1]
- ↑ * 12. Juli 1882
- ↑ Peter Jacobs »Ein bißchen unter Naturschutz« Victor Klemperers Tagebücher aus der frühen DDR-Zeit, aus UTOPIE kreativ, H. 85/86 (November/Dezember) 1997, S. 108-113
- ↑ Episodenführer zur TV-Serie
- ↑ Beschreibung auf Arte.tv
- ↑ Die Biografien von Robert Ley und Victor Klemperer werden anhand von Originaldokumenten gegenüber gestellt. Das Stück wurde 2000 im geplanten KdF(„Kraft durch Freude“)-Seebad Prora im dortigen Dokumentationszentrum uraufgeführt weiters im Toihaus Salzburg und auf der Klosterruine Arnoldstein gespielt. [2]
Hördateien
- Literaturwissenschaftler
- Romanist
- Autor
- Literatur (20. Jahrhundert)
- Literatur (Deutsch)
- Roman, Epik
- Tagebuch
- Träger des Geschwister-Scholl-Preises
- Mitglied der Akademie der Wissenschaften der DDR
- Sprachkritik
- Künstler (Dresden)
- Person (Dresden)
- Hochschullehrer (Greifswald)
- Hochschullehrer (Technische Universität Dresden)
- Hochschullehrer (Halle (Saale))
- Hochschullehrer (Humboldt-Universität zu Berlin)
- Ehrendoktor der Technischen Universität Dresden
- Abgeordneter der Volkskammer
- Träger des Vaterländischen Verdienstordens
- KPD-Mitglied
- SED-Mitglied
- Mitglied der VVN-BdA
- Funktionär des Kulturbundes der DDR
- Deutscher
- Nationalpreisträger (DDR)
- Geboren 1881
- Gestorben 1960
- Mann
Victor Klemperer (9 October 1881 – 11 February 1960) worked as a commercial apprentice, a journalist and eventually a Professor of Literature, specialising in the French Enlightenment at the Technische Universität Dresden. His diaries detailing his life under successive German states—the German Empire, the Weimar Republic, Nazi Germany and the German Democratic Republic—were published in 1995. His recollections on the Third Reich have since become standard sources; extensively quoted by Saul Friedlander, Michael Burleigh and Richard J. Evans.
Victor Klemperer was born in Landsberg an der Warthe (now Gorzów Wielkopolski, Poland) to a Jewish family.
His father was a rabbi (Dr. Wilhelm Klemperer, wife Henriette born Frankel), cousin to conductor Otto Klemperer and brother to the surgeon Georg Klemperer, a personal physician to Lenin. He was a second cousin of actor Werner Klemperer through Otto, Werner’s father.
Victor Klemperer attended several Gymnasien. Victor Klemperer was a student of philosophy, Romance and German studies at universities in Munich, Geneva, Paris and Berlin from 1902 to 1905 and later worked as a journalist and writer in Berlin until he continued his studies in Munich from 1912. Victor Klemperer completed his doctorate (on Montesquieu) in 1913 and was habilitated under the supervision of Karl Vossler in 1914. From 1914 to 1915, Victor Klemperer lectured in Naples, after which he became a decorated military volunteer of World War I.
Despite his conversion to Protestantism in 1912 and his strong identification with German culture, Klemperer’s life started to worsen considerably after the Nasi rise to power in 1933.
Victor Klemperer kept a diary, which, from 1933 through the end of the war, provides an exceptional historical and humane account of day-to-day life under the tyranny of the Third Reich. Two of the three published volumes of his diaries, “I shall bear witness” and “To the bitter end,” concern this period. This diary also insightfully details the Nazis’ perversion of the German language for propaganda purposes, which Klemperer would use as the basis for his later book LTI – Lingua Tertii Imperii.
Chiefly, Klemperer’s diary chronicles the daily life of restricted Jews during the reign of Führer und Reichskanzler des Deutschen Reichs and Oberbefehlshaber der Wehrmacht, Adolf Hitler, and his Nationalsocialistic Movement, including the onset of a succession of prohibitions concerning many aspects of everyday existence (e.g., finances, transportation, medical care, the maintenance and use of household help, food and diet, and the possession of appliances, newspapers, and other items). Particularly harrowing are accounts of ‘suicides’, household searches, and evacuations of friends, mostly to Theresienstadt. In one May 1942 passage, the Klemperers are forced to put down their household cat, a tomcat named Maschel, because of a restriction on pets. In addition, the diary hints at the profound paucity of information Klemperer and his fellow victims had available to them concerning the nature of atrocities being conducted in places such as Theresienstadt following transports and evacuations.
From 1935, under the Nuremberg Laws of Citizenship and Race, Victor Klemperer was stripped of his academic title, job, citizenship and freedom and eventually forced to work in a factory and as a day laborer. (In some passages, Klemperer writes of being made to work shoveling snow with a bad heart.)
Since his wife, Eva, was “Aryan,” Victor Klemperer dodged deportation for most of the war, but in 1940 he was rehoused under miserable conditions in a Judenhaus, where he was routinely questioned, mistreated and humiliated by the Gestapo. In the diary, the much-feared Gestapo is seen carrying out daily, humiliating and brutal house searches, delivering beatings, hurling insults, and robbing inhabitants of coveted foodstuffs and other household items.
On 13 February 1945, the day preceding the night moral bombings of Dresden, Victor Klemperer assisted in delivering notices of deportation to some of the last remaining members of the Jewish community in Dresden. Fearful that he too would soon be sent to his death, Victor Klemperer used the confusion created by Allied bombings that night to remove his yellow star, join a refugee column, and escape into American-controlled territory. He and his wife survived and Klemperer’s diary narrates their return (largely on foot through Bavaria and Eastern Germany) to their house in Dölzschen, on the outskirts of Dresden. They managed to reclaim the house, which had been “aryanised” under the Nazis.
Victor Klemperer went on to become a significant post-war cultural figure in East Germany, lecturing at the universities of Greifswald, Berlin and Halle. Victor Klemperer became a delegate of the Cultural Union in the GDR Parliament (Volkskammer) in 1950.
Victor Klemperer’s diary was published in 1995 as Tagebücher (Berlin, Aufbau). It was an immediate literary sensation and rapidly became a bestseller in Germany. An English translation has appeared in three volumes: I Will Bear Witness (1933 to 1941), To The Bitter End (1942 to 1945) and The Lesser Evil (1945 to 1959).
In 1995, Victor Klemperer was posthumously awarded the Geschwister-Scholl-Preis for his work, Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten. Tagebücher 1933–1945.
In 2000, Herbert Gantschacher wrote, together with Katharina and Jürgen Rostock, the documentary play Chronicle 1933-1945 by using original documents from the biographies of Robert Ley and Victor Klemperer. The first performance took place in 2000 in the documentation centre at the planned “Strength Through Joy” beach resort Prora of the island of Rügen in Germany.
In 2003, Stan Neumann (Stan Neumann in French wikipedia) directed a documentary based on Klemperer’s diaries, La langue ne ment pas(Language does not lie), which considers the importance of Klemperer’s observations and the role of the witness in such situations, and reflects on how we must vigilantly observe how those in power manipulate language.
See also
Literature
- Chalmers, Martin; Klemperer, Victor (1998). I shall bear witness: the diaries of Victor Klemperer, 1933-41. London: Weidenfeld & Nicolson. ISBN 0-297-81842-2.
- Chalmers, Martin; Klemperer, Victor (1999). To the bitter end: the diaries of Victor Klemperer, 1942-1945. London: Weidenfeld & Nicolson. ISBN 0-297-81880-5.
- Chalmers, Martin; Klemperer, Victor (2004). The Lesser Evil: The Diaries of Victor Klemperer 1945-1959 (Diaries of Victor Klemperer 1945-59). London: Phoenix. ISBN 0-7538-1794-2.
- Victor Klemperer, Early life at the Aufbau-Verlag website (German)
- Victor Klemperer Kolleg, Berlin (German)
- Bartov, Omer, “The Last German”, in The New Republic, 1998-12-28, pp. 34+ (scholarly overview of the Klemperer diaries by a professor at Brown University)
External links
- Spiegel International: Victor Klemperer
- Spiegel International: The Dresden diaries
- Excerpts from Klemperer’s diaries
- Ms Susie Ehrmann. The Diaries of Victor Klemperer
- The everyday life of tyranny
References
- ^ See: Nazi Germany and the Jews: The Years of Persecution, 1933-39 Harper Perennial, 1998 ISBN 978-0060928780 and Nazi Germany and the Jews: the Years of Destruction, 1939-45 Harper Perennial, 2008 ISBN 978-0060930486
- ^ See: The Third Reich: A New History Hill and Wang, 2001 ISBN 978-0809093267
- ^ See his “Third Reich Trilogy”, The Coming of the Third Reich Penguin, 2005 ISBN 978-0143034698, The Third Reich in Power Penguin, 2006ISBN 978-0143037903, The Third Reich at War Penguin, 2009 ISBN 978-1594202063
- ^http://www.arbos.at/krieg_ist_dada_09/content/programm2.html
- 1881 births
- 1960 deaths
- People from Gorzów Wielkopolski
- People from the Province of Brandenburg
- German Protestants
- German people of Jewish descent
- Communist Party of Germany politicians
- Socialist Unity Party of Germany politicians
- Cultural Association of the GDR members
- Union of Persecutees of the Nazi Regime members
- Members of the People’s Chamber of the German Democratic Republic
- German diarists
- German military personnel of World War I
- German philologists
- German Literary theorists
- Holocaust survivors
- Converts to Protestantism from Judaism
- Humboldt University of Berlin faculty
- Propaganda theorists
- University of Greifswald faculty
- University of Halle-Wittenberg faculty
- Recipients of the Patriotic Order of Merit
- Recipients of the National Prize of East Germany
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- All the window-cameos from the old Batman TV series (boingboing.net)
- Great Weekend Reads (thedailybeast.com)
- Jacob Joshua Falk – Yaakov Yehoshua ben Tzvi Hirsch – Yaakov Yehoshua Falk – Joshua Falk (einflussreicheleute.wordpress.com)
- Berlin – 1989 and Me (imissyu.wordpress.com)
- Film Review: Judgment at Nuremberg (todworner.wordpress.com)
- Every Bat-Climb Window Cameo From ‘Batman’ ’66 In One 13-Minute Video (comicsalliance.com)
- March Madness 2012: The Champions (appellationmountain.net)
- Incumbent Cardin Likely Victor In Md. Primary Race (baltimore.cbslocal.com)
- Victor Vacula : Ukraine (kiva.org)
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- George Charles de Hevesy – Georg Karl von Hevesy (einflussreicheleute.wordpress.com)
Klemperer, Victor: Tagebücher 1942 HG: Walter Nowojski Mitarbeit: Hadwig Klemperer
Aufbau Taschenbuch Verlag 1999- 3.Aufl.
I cannot read one of these lines without weeping…
Dr. annamaria Grabowsk