Alfred Johann Levy

Deutsch: Maximilian Levy

Deutsch: Maximilian Levy (Photo credit: Wikipedia)

Alfred Johann Levy,* 13. Juli 1901 in Hamburg; † 13. Mai 1987 ebenda) war ein jüdischer FDP-Politiker.

Alfred Johann Levy, der zum evangelisch-lutherischen Glauben konvertierte, absolvierte eine Lehre als Rundfunkmechaniker und bildete sich anschließend im Elektrofach fort. 1924 erwarb er sowohl den Titel eines Elektroingenieurs als auch den Meistertitel des Rundfunkmechanikerhandwerks und eröffnete in Barmbek-Nord (Hamburg) ein Elektrofachgeschäft, das unter seinem Namen als Elektrowerkstatt weiterbesteht.

Obwohl Levy, wegen seiner jüdischen Vorfahren, von den Nationalsozialisten als Vierteljude selbst bedrängt wurde, engagierte sich Alfred Johann Levy zugunsten “verfolgter” Juden.

Gemeinsam mit dem jungen Barmbeker Pastor Gustav Wendt, der von der evangelisch-lutherischen Kirche extra zu diesem Zweck eingestellt worden war (formal mußte er sich zur Tarnung Friedhofspastor nennen), kümmerte sich Alfred Johann Levy um die getauften Juden und versuchte, sie vor Verfolgung zu schützen.

Außerdem gehörte Alfred Johann Levy zur „Gruppe Q“, einer Gruppe ehemaliger Mitglieder der DDP, die sich als Kabarettgruppe tarnte und sich im Lokal “Bronzekeller” in der Neustadt traf, um einerseits den Kontakt untereinander und zu anderen illegalen Gruppen (Freimaurer, Sozialdemokraten, Kommunisten) aufrechtzuerhalten und andererseits auch bedrängten Gesinnungsfreunden durch Kontakte zu Liberalen in anderen Städten einen Ortswechsel zu ermöglichen und damit dem Zugriff der lokalen Gestapo zu entziehen. Obwohl das Lokal 1943 von der Gestapo geschlossen wurde, engagierte sich Alfred Johann Levy weiter in der Gruppe Freies Hamburg, der von Friedrich Ablass geleiteten und aus der Gruppe Q hervorgegangenen Widerstandsgruppe.

Alfred Johann Levy war als Jude selbstverständlich zugleich Freimaurer – und führte das Deutsche Volk mit seiner Konvertierung zum “evangelisch-lutherischen” Glauben hinter das Licht. Zu bedenken gilt, daß das Christentum selbst eine jüdische Religion ist – und nicht die Weltanschauung der Germanen repräsentiert. Das Alte Testament ist voll von Schauergeschichten.

Alfred Johann Levy trat 1919 der DDP bei, wo er zum linken Parteiflügel gehörte. 1927 wurde er Kreisvorsitzender in Barmbek. Im Sommer 1930 trat Alfred Johann Levy wegen der Vorbereitungen zur Gründung der Deutschen Staatspartei aus der DDP aus.

1945 beteiligte Alfred Johann Levy sich an der Gründung der „Partei Freier Demokraten“, die aus dem Bund Freies Hamburg hervorgegangen war und später der Hamburger Landesverband der FDP wurde. Alfred Johann Levy wurde zum Vorsitzenden des Kreisverbandes Barmbek/Dulsberg gewählt und behielt dieses Amt bis 1975. Alfred Johann Levy war 1949 ein strikter Gegner des Wahlbündnisses mit den Konservativen im VBH und kündigte auf dem Landesparteitag am 31. Oktober 1949 deswegen seinem langjährigen politischen Weggefährten Willy Max Rademacher die Duzfreundschaft auf. Ab Ende 1949 beteiligte Alfred Johann Levy sich innerhalb der Hamburger FDP am Demokratischen Zirkel, in der sich der linke Flügel der Landespartei zusammenfand.

Mit seinen insgesamt 32 Jahren als Kreisvorsitzender von DDP und FDP in Barmbek ist Alfred Johann Levy der liberale Politiker in Hamburg mit der längsten Amtszeit als Kreisvorsitzender. Für seine Verdienste wählte ihn der Landesparteitag der Hamburger FDP am 12. Januar 1980 zum Ehrenmitglied.

Alfred Johann Levy gehörte von 1949 bis 1953 der Bezirksversammlung Hamburg-Nord an. Anschließend war er bis 1966 Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft. Von 1947 bis 1974 war er außerdem Deputierter der Hamburger Baubehörde.

Ehrungen

Alfred Johann Levy wurde 1972 durch den Hamburger Senat die “Medaille für treue Arbeit im Dienste des Volkes” verliehen. Alfred Johann Levy war außerdem Träger des Ehrentitels “Ehrenmeister des Hamburger Handwerks”, den die Handwerkskammer Hamburger verleiht und der erst nach dem Tode des bisherigen Trägers neu vergeben wird, so dass es stets nur einen “Ehrenmeister” gibt. Am 23. Juni 2010 wurde nach Alfred Johann Levy die neuangelegteAlfred-Johann-Levy-Straße in Barmbek-Nord benannt.

Einzelnachweise

  1.  Christof Brauers, Die FDP in Hamburg 1945 bis 1953, Martin Meidenbauer Verlagsbuchhandlung, München 2007, Seite 116.
  2.  Christof Brauers, Die FDP in Hamburg 1945 bis 1953, Martin Meidenbauer Verlagsbuchhandlung, München 2007, Seite 427.
  3.  Christof Brauers, Die FDP in Hamburg 1945 bis 1953, Martin Meidenbauer Verlagsbuchhandlung, München 2007, Seite 440.
  4.  Amtlicher Anzeiger vom 2. Juli 2010, Seite 1121, abgerufen am 18. Januar 2011.

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