Nathan Veitel Heine (Chaim) Ephraim

Symbol of Judaism, white and golden version.

Image via Wikipedia

Nathan Veitel Heine (Chaim) Ephraim (* 1703 in Berlin; † 16. Mai 1775 ebenda) war Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde zu Berlin und königlich preußischer Hoffaktor sowie Inhaber mehrerer Gold- und Silber-Manufakturen.

Veitel ist dabei kein Name, sondern ein mittelalterlicher Ausdruck für “Sohn des”, also eine Übersetzung von bar chaim, “Sohn des Chaim”.

1731 erhielt יעקב יהושע פאלק Jacob Joshua FalkYaakov Yehoshua ben Tzvi Hirsch – Yaakov Yehoshua Falk – Joshua Falk seine Berufung nach Berlin, wo er gegen den einflußreichen Nathan Veitel Heine (Chaim) Ephraim aktiv wurde. Gegen Ende seiner Amtszeit 1734 wurde יעקב יהושע פאלק Jacob Joshua Falk – Yaakov Yehoshua ben Tzvi Hirsch – Yaakov Yehoshua Falk – Joshua Falk daher vorzeitig zur Aufgabe seines Amtes gedrängt.

Ephraim war Hoffaktor des preußischen Königs Friedrich II. Er pachtete das Leipziger und Dresdener Münzregal und finanzierte den Siebenjährigen Krieg (1756–1763).

Hierbei bediente er sich auch dubioser Methoden: Er stellte für die preußische Regierung kursächsisches Geld mit Hilfe erbeuteter und nachgeschnittener Stempel her (Ephraimiten).

Doch die Fälschungen wurden erkannt und die Bevölkerung reimte:

„Von außen schön, von innen schlimm. Von außen Friedrich, von innen Ephraim.“

Die Bürger wollten ihn wegen dieser Fälschungen verklagen, scheiterten aber am Widerstand des Königs. Neben der Münze war Ephraim auch als Eintreiber von Kriegskontributionen tätig.

Durch den Siebenjährigen Krieg reich geworden, baute er sich in Berlin einen prächtigen Palast.

Dieser mit reichem Säulen- und Puttenschmuck versehene „Ephraimpalais“, fertiggestellt im Jahr 1766, wurde 1935 wegen Verbreiterung des Mühlendamms abgetragen und erst zwischen 1985 und 1987 an fast derselben Stelle, aber dennoch neuem Standort an der Poststraße 16 (Nikolaiviertel) in Berlin-Mitte, wieder aufgebaut. Seit 1987 dient das Rokoko-Palais dem Märkischen Museum für Ausstellungszwecke.

Zusammen mit Daniel Itzig, einem weiteren Münzpächter, versuchte er 1761 eine Armenkinderschule zu gründen, was damals nicht gelang.

Doch in seinem Testament von 1774 verfügte er die Gründung einer jüdischen Lehranstalt (Klaus) für Talmud und jüdische Wissenschaft in Berlin, die 1783 unter dem Namen „Veitel Heine Ephraimsche Lehranstalt“ eröffnet wurde und bis zum Beginn des Naziregimes bestand.

Erst im Oktober 2005 wurden 83 historisch besonders wertvolle Bände aus der 1945 verschollenen Bibliothek dieser Lehranstalt der Universität Potsdam übereignet, die aus dem Nachlass des Rabbiners Yehuda Aschkenasy in Hilversum (Niederlande) stammten.

Sein Sohn Benjamin Veitel Ephraim (1742–1811) bekam große Probleme mit der preußischen Regierung und starb als armer und geächteter Mann.

Die Geschichte des Ephraim-Palais ist verbunden mit dem Namensgebers Veitel Heine Ephraim. Dessen Bedeutung wird erst verständlich, wenn man sie in Zusammenhang sieht mit der Situation der Juden in Preußen zur Zeit Friedrichs II. – und den ständigen Geldnöten des Königs.

Dieser hatte die Judenschaft in seinem Land in sechs Klassen eingeteilt, von den reichsten, die faktisch alle Bürgerrechte hatten, bis zu den beinahe rechtlosen Dienstboten; noch darunter rangierten die heimatlosen Betteljuden, die immer wieder aus dem Land vertrieben wurden.

Ephraim gehörte zu den privilegierten Schutzjuden des Königs. Er hatte als vermögender Händler und Bankier schon dem Kronprinzen, dem späteren König Friedrich II., Geld geliehen und sich dadurch dessen Wohlwollen gesichert. Später finanzierte er zu einem großen Teil die Feldzüge Friedrichs. Auf Befehl des Königs verringerte er die Qualität der Silbermünzen und übernahm – auch auf königliche Anordnung – die Verantwortung dafür. Die Bürger reagierten mit Spottversen: „Außen Silber, innen Zinn / außen Friedrich, innen Ephraim“, diese geringwertigen Münzen wurden Ephraimiten genannt. Er erwarb als Münzpächter, Eintreiber von Kriegskontributionen in besetzten Gebieten, als Hofjuwelier und durch andere Geschäfte ein gewaltiges Vermögen. Einen Teil des Geldes investierte er in Manufakturen und Fabrikationsstätten und förderte so die wirtschaftliche Entwicklung Berlins. Um seiner Position entsprechend repräsentieren zu können, kaufte er 1762 das Stadthaus einer Berliner Familie und ließ es vollständig umbauen.

Der Bauherr Ephraim wohnte und arbeitete selbst im Palais. Im Hof befand sich eine Silberscheideanstalt. Die Läden im Erdgeschoss, die die Verkaufsstände der Mühlendammkolonnaden verlängerten, wurden vermietet. Ephraim starb 1775 und bis 1823 verblieb das Palais in Familienbesitz.

Zur Ersetzung des festen Mühlendammes durch eine Brücke wurde 1935 eine noch steilere Rampe für die Spreeüberquerung notwendig. Verbunden mit den Plänen der Nationalsozialisten zur Schaffung eines Gauforums vor dem Stadthaus und einer repräsentativen Zuwegung wurde das Ephraimpalais abgebrochen. Das Grundstück diente fortan als Zufahrt zu einer Behelfsbrücke, die den Verkehr während der Bauarbeiten aufnahm.

Die Fassade und einzelne Bauteile wurden im späteren Westberlin auf einem Lagerplatz im Ortsteil Wedding eingelagert und überstanden dort den Zweiten Weltkrieg.

3 thoughts on “Nathan Veitel Heine (Chaim) Ephraim

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